Schwerer als zum Mond zu fliegen - angedacht

Schwerer als zum Mond zu fliegen - angedacht

Schwerer als zum Mond zu fliegen - angedacht

# Neuigkeiten 2026

Schwerer als zum Mond zu fliegen - angedacht

  Schwerer als zum Mond zu fliegen - Pfarrerin Christine Liedtke

Pfarrerin Chritine Liedtke

Sechs Jahre war ich alt, der Mond ging gerade auf, und mein Vater sagte: „Heute Nacht landen Menschen auf dem Mond! Der Mond ist so weit weg. Aber mit einer Rakete sind Astronauten dorthin geflogen.“ Ich staunte, weil mein Vater staunte. Für mich damals konnten große Menschen alles, wirklich alles machen! Heute staune ich ernsthaft darüber, wie viel Macht Gott uns schenkt und wie viele Möglichkeiten er uns gibt. Er hat jedem von uns Gaben mitgegeben, die wir zum Segen oder Fluch einsetzen können.

Nun sind wieder Menschen Richtung Mond geflogen, und sie haben etwas gesehen, was noch nie ein Mensch gesehen hat: die Rückseite des Mondes! Und hinter der Mondkugel ging unser blauer Planet auf. Das waren ganz wunderbare Bilder, die da um die Welt gingen! Der NASA-Chef sagte zu der vierköpfigen Crew, nachdem sie erfolgreich zurückgekehrt war: „Danke, dass ihr uns den Mond wieder gezeigt habt. Danke, dass ihr uns den Planeten Erde wieder gezeigt habt.“ 

Ja, diese Erde ist wunderbar! Gott hat sie uns anvertraut, damit wir sie bebauen, bewahren, schützen und sorgsam mit ihr umgehen. Dafür gab er uns einen wachen Verstand, Hände, die viel bewegen können, Füße, auf denen wir die Welt erkunden können, und einen Forschergeist. Und den unstillbaren Wunsch, Grenzen zu überwinden. So haben Menschen unablässig nach Neuem geforscht und Erstaunliches entdeckt. Wir wissen so viel, wir vermögen so Unglaubliches.

Die kleine Sechsjährige in mir sagt: „Aber dann wissen wir doch auch, wie wir in Frieden miteinander leben können. Warum tun wir das dann nicht?“ Und die Erwachsene, die ich bin, macht ein nachdenkliches Gesicht: Warum können wir weit und weiter in den Weltraum vorstoßen, aber begreifen nicht, dass Gier und Hass und Neid unser Miteinander zerstören? Warum verstehen wir nicht, dass letztlich nur Liebe, Teilen, Sorge füreinander, die Gerechtigkeit und das Sich-begnügen zum Frieden führen?

Wir brauchen eine weitere Mission, diesmal nicht zum Mond, sondern mitten hinein in unser Leben. Wir brauchen ein neues Miteinander, das mich und dich erfüllter, zufriedener und glücklicher macht! Dazu sind keine großen Programme nötig, keine Behörden, keine Finanzierung. Nur waches Hinschauen und echte Taten für den Menschen neben mir.

Vielleicht ist es leichter, noch mal zum Mond zu fliegen?!

Pfarrerin Christine Liedtke

Bad Berleburg und Girkhausen

Quelle: Westfalenpost WP

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