31/03/2026 0 Kommentare
Angedacht - Ostern
Angedacht - Ostern
# Neuigkeiten 2026

Angedacht - Ostern
Nowruz – nicht nur ein Frühlingsfest
In Paderborn feierten persischsprachige Christen am 22. März zusammen mit der Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder (Kirche von Westfalen), das Nowruz-Fest. Nowruz heißt „neuer Tag“ und markiert den Frühlingsanfang. Viele Kerzen brannten für die zehntausend jungen Menschen, die Anfang des Jahres im Iran ihr Leben ließen, für den Traum von Freiheit. Mit Blick auf eine Welt voller Krieg und Ungerechtigkeit betonte Pastor Mehrdad Sepehri Fard: „Die Geschichte der Welt endet nicht so, wie die Nachrichten es uns oft glauben lassen. Gott hat eine andere Zukunft für diese Welt.“ Die Auferstehung Jesu begründet eine unerschütterliche Hoffnung!
Doch unter die Frühlingsblumen mischt sich übler Rauch. Denn das iranische Regime hält sich mit Gewalt an der Macht. Es ist die Fratze des Rechts des Stärkeren, die uns anglotzt: Sei es im Iran oder im Angriffskrieg eines Präsidenten, dem das Völkerrecht egal zu sein scheint. Das erinnert mich an ein Lied der Band „Die Ärzte“: El Cattivo reitet einsam durch die Nacht. Er hat vor zwei Tagen ein Kind umgebracht. Jetzt ist El Cattivo auf der Flucht, vor dem Vater des Kindes, der ihn sucht. Als sich der Halunke am nächsten Morgen sonnt, entdeckt er den Verfolger am Horizont. Er lauert ihm auf in einem kleinen Wald und er schießt ihn nieder aus dem Hinterhalt und lächelt, denn er weiß: Das Böse siegt immer. Ja, so muss ein Cowboy sein, dreckig, feige und gemein. - Auch wenn solche Lieder einen humoristischen Touch haben, spielen sie an auf einen verbreiteten Zynismus. Es ist die Arroganz oder umgekehrt die Niedergeschlagenheit derer, die glauben, dass Flugzeugträger, Gefängnisse und Einschüchterung das letzte Wort behalten.
Diesem möchten wir uns als Nachfolger Jesu entgegenstellen. Wir, das sind 2,5 Milliarden Christen auf der Erde. Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Der Glaube an Jesus ist kein vertröstendes Jenseits-Versprechen. Er ist eine geistliche Kraftquelle im Hier und Jetzt. Wer an den Sieg über den Tod glaubt, weiß: Die Gräber der Tyrannen sind das Ende ihrer Macht, aber das leere Grab Christi ist der Anfang einer neuen Welt. Die Botschaft ist klar: Unterdrückung wird nicht ewig dauern! Gewaltlose Veränderung ist möglich, weil Gott die Geschichte erneuert! Das „Recht des Stärkeren“ ist eine Illusion, die an der Realität der Liebe Gottes zerschellen wird. Halleluja! Widerstand gegen Aggression findet nicht nur auf den Straßen von Teheran statt. Er beginnt dort, wo wir das „Recht des Stärkeren“ im Kleinen in Liebe durchbrechen. Sanftmütig, mit Geduld und Fantasie, aber deutlich und klar! Überleg einmal wie... Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem! Der auferstandene Jesus verleiht uns die Kraft dazu: „Mir ist gegeben alle Macht, im Himmel und auf Erden. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ Yeah!
Pfarrer Rafael Dreyer
Ebenfalls veröffentlicht als "Angedacht" in der Westfalenpost vom 04.04.2026
Kommentare