Waldkindergarten wurde am 25. September offiziell eingeweiht

Die kleinen Waldentdecker von Imke Bald (l.) und Inge Brüggemann begrüßen ihre Gäste musikalisch.
Claudia Latzel-Binder dankte Johannes Röhl für die Hilfe - mit Wisent-Bildern. Fotos: SZ Martin Völkel

Waldentdecker sind selten krank

Bad Berleburg
Waldkindergarten feierte gestern Umzug zum neuen Standort offiziell

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder dankte den zahlreichen Unterstützern des Projektes


vö ■  Wer sich täglich im Wald, an der frischen Luft aufhält, der stärkt langfristig sein Immunsystem. Den Beleg dafür lieferte gestern Claudia Latzel-Binder, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg: Es gebe Rückmeldungen aus den Grundschulen – und dies freue alle an dem Projekt Beteiligten –, dass die Kinder des Waldkindergartens nach dem Wechsel zur Schule sehr konzentriert bei der Sache und zudem in der Lage seien, sich sehr gut selbst zu beschäftigten. Und: „Sie sind ganz selten krank, vor allem in der kalten Jahreszeit nicht.“

Die Rede war von den Jungen und Mädchen des Bad Berleburger Waldkindergartens, der der Kindertagesstätte Senfkorn angeschlossen ist. Der Umzug der aktuell 14-köpfigen Gruppe vom Standort Wemlighausen in die Nähe des Berleburger Schützenplatzes fand bereits vor wenigen Monaten statt (die Siegener Zeitung berichtete). Gestern folgte dann eine offizielle Feierstunde mit den Jungen und Mädchen, den Erzieherinnen, Vertretern der Evangelischen Kirchengemeinde als Trägerin der Einrichtung, Nachbarn sowie Unterstützern des Projektes – allen voran der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer. Die kleinen Waldentdecker bedankten sich bei den zahlreichen Gästen auf musikalische Art und Weise.

Aktuell betreuen die beiden Erzieherinnen Imke Bald und Inge Brüggemann 14 Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis sechs Jahren täglich unter freiem Himmel. Mit Diana Frank komme in Kürze eine weitere Kollegin hinzu, verriet Imke Bald, weil in die Gruppe ein Integrationskind aufgenommen werde.

Claudia Latzel-Binder freute sich darüber, dass nach einiger Erfahrung in Wemlighausen jetzt ein neuer Standort näher am Senfkorn-Kindergarten am Sengelsberg gefunden worden sei. Alle Genehmigungsunterlagen seien in trockenen Tüchern. „Dass so etwas gelingt, das macht Bad Berleburg aus. Es geht um das Miteinander und Zusammenspiel vieler Akteure“, fand die Pfarrerin, die gleich eine ganze Reihe von Dankesworten zu verteilen hatte. An die Eltern beispielsweise, die mit großem Engagement bei der Sache seien: „Wir haben zweifellos noch nie so begeisterte Eltern wie bei unserem Projekt Waldkindergarten gehabt.“

Einen Dank verdienten auch die Mitarbeiterinnen, die dieses Projekt aufgebaut hätten. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Kreis sei trotz der besonderen Zuschüsse völlig unkompliziert gewesen, so Claudia Latzel-Binder, die sich seitens der Rentkammer zum einen bei Forstdirektor Johannes Röhl, zum anderen aber auch bei den Förstern Achim Fischer und Karlheinz Paul bedankte: „Bei jeder schiefen Birke, die uns Gedanken macht, ist sofort jemand zur Stelle.“ Man habe die Wünsche des Kindergartens von Beginn an berücksichtigt und ernst genommen.

Und ein Extralob verdiente sich der Schützenverein Berleburg, der den Kindern auf seinem Vereinsgelände Unterschlupf gewährt, wenn ein Unwetter heraufzieht. „Das ist für uns selbstverständlich, das wir da mithelfen“, sagte der 3. Vorsitzende Günther Strack. Für alle Unterstützer hatten die Kinder im Vorfeld eifrig gebastelt, die Rentkammer bekam einen Kalender mit wunderschönen Wisent-Bildern.

Claudia Dickel, die stellvertretende Leiterin des Senfkorn-Kindergartens, unterstrich, „dass wir froh sind, im Berleburger Wald angekommen zu sein“. Waldkindergarten und Kindergarten Senfkorn seien doch jetzt deutlich enger zusammengerückt. Die Verbindung sei kürzer.

Quelle: Siegener Zeitung vom 26. September 2015

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