Vikarin beendet Ausbildung

Frau Kimminus während eines Krabbelgottesdienstes

Den letzten Ausbildungs-Abschnitt auf dem Weg zur Pfarrerin hat Janine Kimminus hinter sich, gleichzeitig mit dem September endet auch ihre Vikarinnen-Zeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg. Verabschieden wird sich die 30-Jährige am Freitag, 28. September, mit einem Gottesdienst, der um 18.30 Uhr in der evangelischen Stadtkirche Bad Berleburg an der Schloßstraße beginnt. Danach findet zwischen Gymnasium, Polizei und Kino im Berleburger Herrengarten noch ein gemütliches Beisammensein im Christus-Haus statt. So würde man das wohl üblicherweise im Wittgensteiner Kirchenkreis nennen. Janine Kimminus ist da anders, sie lädt alle herzlich zu der Party ein, die nach dem Gottesdienst im Christus-Haus stattfindet.
Da merkt man es wieder, die aus Hamm stammende junge Frau ist eben ein echtes Stadtkind. Deshalb musste sie sich in Wittgenstein auch erst einmal daran gewöhnen, dass nun nicht mehr das pulsierende Ruhrgebiet vor der heimischen Haustür lag, sondern eher ganz viel Natur und jede Menge Bäume. Aber natürlich ist auch sie Westfälin, von daher habe sie das Wittgensteiner Platt von Anfang an gut verstehen können, und gefallen habe ihr der Dialekt sowieso. Genauso wie der viele Schnee. Und der Menschenschlag. Sie sei sehr warmherzig empfangen worden, habe sich gleich willkommen gefühlt und schnell Zugang zu den Menschen gefunden. Auch weil sie bei den Vorstellungs-Berichten in der Zeitung mit ihrem Pferd zu sehen gewesen sei - das habe viele Gespräche von ganz allein in Gang gebracht. Die Zusammenarbeit in dem kleinen, sehr überschaubaren Kirchenkreis Wittgenstein habe sie ohnehin als sehr gut wahrgenommen. Es sei insgesamt in Bad Berleburg nie ein Problem gewesen, Hilfe und Informationen zu finden.
Beeindruckt habe sie hier vor Ort, wie wichtig die Kirche vielen Wittgensteinern sei. Gut erkennbar sei das an dem großen Engagement für die Kirche selbst und alles, was damit zu tun habe: Die Kirche werde hier von den Menschen mitgetragen. Das gelte für die ganz normalen Gemeindeglieder, aber auch die Presbyter würden ihren Dienst hier sehr bewusst wahrnehmen und selbst viele Aufgaben übernehmen: Wenn die an einer Aktion beteiligt gewesen seien, dann habe sie immer gewusst, dass alles funktioniere.
Ihre Aufgaben in der Gemeinde waren vielfältig. Wichtig seien ihr sie die Besuche im Krankenhaus und bei Altengeburtstagen gewesen, aber auch die Kasualien wie Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und damit verbunden die Trauerbegleitung. Ihr absolutes Glanzlicht war allerdings der Konfirmanden-Unterricht. Der habe ihr sehr viel Spaß gemacht, es sei einfach eine schöne Zeit gewesen. Spannend sei es gewesen, die Jugendliche rund zwei Jahre zu begleiten. Auch weil über der Zeit nie der Befehl „Du musst am Ende glauben“ stand, sondern stets die Ermutigung zum Selbst-Überlegen „Macht euch Gedanken“. Umso schöner sei es gewesen, zu sehen, wie der Glaube bei den jungen Leuten in dieser Zeit tatsächlich gewachsen sei, erinnert sich Janine Kimminus. Deshalb habe sie es als sehr bewegend empfunden, gemeinsam mit Claudia Latzel-Binder die Jugendlichen selbst zu konfirmieren. Die Zusammenarbeit mit Claudia Latzel-Binder sei für sie ohnehin ganz wertvoll gewesen, die Berleburger Pfarrerin war auf diesem letzten Ausbildungs-Abschnitt die Mentorin von Janine Kimminus.
Nach ihrem Studium hatte der verkehrsferne Kirchenkreis Wittgenstein für Janine Kimminus definitiv nicht ganz oben auf der Vikariats-Wunschliste gestanden, eigentlich steht er nie auf irgendwelchen Wunschlisten von angehenden Pfarrern. Deshalb hat sie noch einen ganz wichtigen Satz für künftige Vikare: „Ich kann den Kirchenkreis Wittgenstein nur weiterempfehlen.“ Und für die Leute, die hierbleiben, hat sie auch noch einen etwas kürzeren Satz, dafür aber mit Ausrufezeichen: „Macht’s gütt!“