Pressestimmen zu dem Konzert „Der ungesungene Claudius"

 

 

Hier können Sie die Presseberichte aus der Siegener Zeitung und der Westfalenpost als PDF-Datei lesen.

Siegener Zeitung 

Westfalenpost

Konzert in der Stadtkirche am 16. September

mit Liedern von Matthias Claudius.
Konzert mit Jan Vering und Siegfried und Oliver Fietz und dem Vokalensemble TonArt.

Hier können Sie das Plakat herunterladen.

Karten im Vorverkauf erhältlich bei:

Ev. Kirchengemeinde Bad Berleburg, Gemeindebüro, Im Herrengarten 9, 
FeG Arfeld,
Sparkasse Wittgenstein,
Konzertkasse der Siegener Zeitung

Eintritt: 14,- € , ermäßigt 10,- €

Ansprechpartner:

Ev. Kirchengemeinde Bad Berleburg, Gemeindebüro 02751-7353
Email: info(at)ev-kirche-berleburg.de

FeG Arfeld, Helmut Kassel 02755-965425 oder Dorle Schmidt: 02751-5517
Email: helmut.kassel(at)kassel-gmbh.de

Der Dichter Matthias Claudius (1740 - 1815) ist in gewisser Hinsicht das Opfer seines eigenen Erfolges. Denn über „Der Mond ist aufgegangen“ hat man den größten Teil seines Schaffens ziemlich vergessen. „Aber Claudius war kein kleiner, frommer Biedermeiertrottel, sondern ein weltläufiger, kluger, gewiefter Mann“, hält der Siegener Sänger Jan Vering dagegen. Er möchte dazu anregen, Claudius im 200. Todesjahr neu zu entdecken, und zwar den ganzen Claudius.
Keine Refrains

Daher hat Vering zusammen mit dem Bad Berleburger Komponisten Siegfried Fietz das Projekt „Der ungesungene Claudius“ erarbeitet, das jetzt als CD erschienen ist (Abakus Musik). „Ich weiß aus seinen Briefen, wie sehr sich Claudius danach gesehnt hat, dass seine Lyrik gesungen wird. Er schreibt Texte, die, wenn man sie ernst nimmt, nur als Volkslied zu sehen sind“, schildert Vering, der Musikdramaturg und stellvertretender Intendant des Siegener Apollo-Theaters ist. Doch der Schriftsteller hat keine Refrains gedichtet, das ist ein Problem und deshalb gibt es auch so wenig Vertonungen, die bekannt sind – abgesehen von Johann Abraham Peter Schulz’ genialem Wurf zu „Der Mond ist aufgegangen“.

Vering hat nun in bewährter musikalischer Tradition selbst Refrains geschaffen, indem er längere und kürzere Claudius-Gedichte miteinander kombiniert. Es ist ein sehr persönliches Album geworden – Vering: „Claudius ist neben Heine mein Lieblingsdichter, ich bin mit ihm aufgewachsen, und er liegt seit 55 Jahren permanent bei mir auf dem Nachttisch“.

Die Sammlung ermöglicht es, die ganze Bandbreite des Dichters zu erkunden, vom fröhlichen Kindergedicht „Victoria! Victoria!“ über mal satirische, mal innige Liebesgedichte bis zu den Abendliedern, religiösen Poemen und spöttischen Versen wie der „Geschichte von David und Goliath“ oder „Gottlob, dass ich ein Bauer bin“, bei denen man meint, dass Tucholsky und Kästner hier in die Lehre gegangen sind.

Kernstück der Platte ist natürlich „Der Mond ist aufgegangen“. Hier streitet das Team Vering-Fietz zu Recht nicht gegen die bekannten Noten an. Stattdessen spricht Jan Vering den Text, während Künstlerfreund Dieter Falk am Klavier zu der Melodie improvisiert.

Der bekannte Komponist Siegfried Fietz gilt als Erneuerer des geistlichen Lieds im deutschsprachigen Raum. Für Matthias Claudius findet er eine Musik und Instrumentierungen, die den Text nicht illustrieren, sondern behutsam eine eigenständige Deutungsebene bilden. Viele Künstler und Theologen haben sich am „ungesungenen Claudius“ beteiligt, Präses Annette Kurschus schreibt zum Beispiel den Begleittext.

Mit Neugierde, profundem Wissen und viel Spielfreude nähern sich Vering und Fietz dem „anderen“ Claudius, und die Spielfreude ist vielleicht der wichtigste Aspekt. Denn auch Matthias Claudius, der große Intellektuelle, der neun Sprachen beherrschte, begegnete vielen seiner Motive im Rollenspiel, indem er sich quasi geistig eine andere Brille aufsetzte. „Ich möchte, dass diese Texte wiederentdeckt werden“, das ist die Hoffnung von Jan Vering. „Es wäre schön, wenn Chöre das singen, 20 neue Lieder, das muss Chöre und auch Solisten doch reizen.“
Das Geburtstagskind singt mit

Claudius Sicht auf die Welt hat auch heute noch viel zu lehren. So hat er das einzige bekannte Geburtstagsständchen verfasst, bei dem das Geburtstagskind selbst mitsingen soll; er begreift das schmerzliche Thema Tod in unfassbar tiefen Versen, er hält eine flammende Predigt gegen den Krieg. Und er spottet über Machtmissbrauch und Ämterwillkür.

Die Stimme des hervorragenden Sängers Jan Vering prägt die neu komponierten Claudius-Lieder, verleiht ihnen eine verblüffende Nähe und Aktualität. Diese Wirkung ist beabsichtigt: Vering: „Claudius hat so eine würzige Direktheit. Ich mag die Klarheit seines Denkens. Er gibt Zeugnis seines Glaubens, aber er lässt dem anderen immer Platz. Und ich mag seinen Witz.“

Monika Wille

Siegener Sänger Jan Vering singt Claudius-Gedichte | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-siegen-kreuztal-netphen-hilchenbach-und-freudenberg/der-ungesungene-claudius-id10077743.html

Der Dichter Matthias Claudius (1740 - 1815) ist in gewisser Hinsicht das Opfer seines eigenen Erfolges. Denn über „Der Mond ist aufgegangen“ hat man den größten Teil seines Schaffens ziemlich vergessen. „Aber Claudius war kein kleiner, frommer Biedermeiertrottel, sondern ein weltläufiger, kluger, gewiefter Mann“, hält der Siegener Sänger Jan Vering dagegen. Er möchte dazu anregen, Claudius im 200. Todesjahr neu zu entdecken, und zwar den ganzen Claudius.
Keine Refrains

Daher hat Vering zusammen mit dem Bad Berleburger Komponisten Siegfried Fietz das Projekt „Der ungesungene Claudius“ erarbeitet, das jetzt als CD erschienen ist (Abakus Musik). „Ich weiß aus seinen Briefen, wie sehr sich Claudius danach gesehnt hat, dass seine Lyrik gesungen wird. Er schreibt Texte, die, wenn man sie ernst nimmt, nur als Volkslied zu sehen sind“, schildert Vering, der Musikdramaturg und stellvertretender Intendant des Siegener Apollo-Theaters ist. Doch der Schriftsteller hat keine Refrains gedichtet, das ist ein Problem und deshalb gibt es auch so wenig Vertonungen, die bekannt sind – abgesehen von Johann Abraham Peter Schulz’ genialem Wurf zu „Der Mond ist aufgegangen“.

Vering hat nun in bewährter musikalischer Tradition selbst Refrains geschaffen, indem er längere und kürzere Claudius-Gedichte miteinander kombiniert. Es ist ein sehr persönliches Album geworden – Vering: „Claudius ist neben Heine mein Lieblingsdichter, ich bin mit ihm aufgewachsen, und er liegt seit 55 Jahren permanent bei mir auf dem Nachttisch“.

Die Sammlung ermöglicht es, die ganze Bandbreite des Dichters zu erkunden, vom fröhlichen Kindergedicht „Victoria! Victoria!“ über mal satirische, mal innige Liebesgedichte bis zu den Abendliedern, religiösen Poemen und spöttischen Versen wie der „Geschichte von David und Goliath“ oder „Gottlob, dass ich ein Bauer bin“, bei denen man meint, dass Tucholsky und Kästner hier in die Lehre gegangen sind.

Kernstück der Platte ist natürlich „Der Mond ist aufgegangen“. Hier streitet das Team Vering-Fietz zu Recht nicht gegen die bekannten Noten an. Stattdessen spricht Jan Vering den Text, während Künstlerfreund Dieter Falk am Klavier zu der Melodie improvisiert.

Der bekannte Komponist Siegfried Fietz gilt als Erneuerer des geistlichen Lieds im deutschsprachigen Raum. Für Matthias Claudius findet er eine Musik und Instrumentierungen, die den Text nicht illustrieren, sondern behutsam eine eigenständige Deutungsebene bilden. Viele Künstler und Theologen haben sich am „ungesungenen Claudius“ beteiligt, Präses Annette Kurschus schreibt zum Beispiel den Begleittext.

Mit Neugierde, profundem Wissen und viel Spielfreude nähern sich Vering und Fietz dem „anderen“ Claudius, und die Spielfreude ist vielleicht der wichtigste Aspekt. Denn auch Matthias Claudius, der große Intellektuelle, der neun Sprachen beherrschte, begegnete vielen seiner Motive im Rollenspiel, indem er sich quasi geistig eine andere Brille aufsetzte. „Ich möchte, dass diese Texte wiederentdeckt werden“, das ist die Hoffnung von Jan Vering. „Es wäre schön, wenn Chöre das singen, 20 neue Lieder, das muss Chöre und auch Solisten doch reizen.“
Das Geburtstagskind singt mit

Claudius Sicht auf die Welt hat auch heute noch viel zu lehren. So hat er das einzige bekannte Geburtstagsständchen verfasst, bei dem das Geburtstagskind selbst mitsingen soll; er begreift das schmerzliche Thema Tod in unfassbar tiefen Versen, er hält eine flammende Predigt gegen den Krieg. Und er spottet über Machtmissbrauch und Ämterwillkür.

Die Stimme des hervorragenden Sängers Jan Vering prägt die neu komponierten Claudius-Lieder, verleiht ihnen eine verblüffende Nähe und Aktualität. Diese Wirkung ist beabsichtigt: Vering: „Claudius hat so eine würzige Direktheit. Ich mag die Klarheit seines Denkens. Er gibt Zeugnis seines Glaubens, aber er lässt dem anderen immer Platz. Und ich mag seinen Witz.“

Monika Wille

Siegener Sänger Jan Vering singt Claudius-Gedichte | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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Jan Vering singt 20 neue Vertonungen von Siegfried Fietz

Quelle: abakus-musik.de

'Ich begegne seit vielen Jahren immer wieder einem sehr ungewöhnlichen Menschen', sagt Jan Vering. 'Ein großartiger Typ: schräg, liebevoll, witzig, gefühlsecht. Der hat zum Beispiel den ersten Zahn seines jüngsten Sohnes auf den Namen Alexander getauft und ein witziges Gedicht darüber verfasst – über den Zahn, nicht über den Sohn! Diesen Mann würde ich anderen gerne vorstellen.'

Sein Abendlied 'Der Mond ist aufgegangen' kennt alle Welt – aber sonst?! Dabei ist Matthias Claudius (1740-1815) eine der außergewöhnlichsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte: pointierter Spötter und gläubiger Christ, loyaler Untertan und Kämpfer gegen Fürstenwillkür, gesellschaftlicher Aussteiger und einer der meistgelesenen Autoren des 18. Jahrhunderts.

Jan Vering hat unvertonte Texte aus allen Winkeln der Claudius-Welt gesammelt, Kuriositäten, Vierzeiler für Kinder, biblische Parabeln, heitere Wiegenlieder, Kabarettistisches, ein Gedicht auf einen Selbstmörder, Gereimtes und Ungereimtes. Diese Werke seines Lieblingsdichters hat der Sänger, der als Musikdramaturg am Apollo-Theater Siegen arbeitet, in Liedtexte verwandelt. Der Komponist Siegfried Fietz, mit Vering seit Jahrzehnten verbunden, hat sie kongenial vertont.

Dass ein brandaktueller Claudius-Text wie '’S ist Krieg! Und ich begehre, nicht schuld daran zu sein!' rockig-hart daherkommt, ist für Vering nur logisch. 'Wir hatten uns fest vorgenommen: Bloß keine ,literarische Produktion‘, nichts Museales', sagt er. 'Claudius ist dafür viel zu saftig, übrigens oft auch zu komisch. Siegfrieds Vertonungen haben bewusst eine ganz heutige Qualität. Viele sind mir wie Ohrwürmer wochenlang durch den Kopf gesaust.'

Jetzt steht die großorchestrale Liebesballade mit mächtigem Chor direkt neben dem Spottlied auf die Advokatenzunft, als Ländler swingend eingespielt. Des Dichters berühmtes 'Täglich zu singen' wird tatsächlich ein Singalong und die frühpubertären Liebeserkundungen von 'Fritze' bekommen im ironisch-herben Akkordeon einen spöttischen Widerpart.

Keine Angst vor großen Gefühlen oder vor geistlichen Songs: Neu zu entdecken wären beispielsweise ein kraftvoller Osterchoral, ein inniges Adventslied mit Kinderchor, ein heiliger Kanon, ein Pop-Gospel-Praise-Song... 'Claudius war fromm, aber beileibe kein Frömmler', sagt Vering. 'Er hat sich mit Machthabern angelegt, wo es um die Rechte von Schwächeren ging, hatte den Mut anzuecken. Das macht ihn glaubwürdig.'

Zwei Jahre hat das Gespann Fietz und Vering gearbeitet an dem Projekt 'Der ungesungene Claudius'. Andere Künstler stießen dazu, brachten sich ein: Etwa der klassische Cellist und Rock-Bassist Dorian Rudnytzky, die Schriftstellerin Felicitas Hoppe (Büchnerpreisträgerin 2012) oder der prominente Pop-Produzent Dieter Falk. 'Dass eine international bekannte Opernsängerin wie Eva Lind ganz locker bei einem Lied mit eingestiegen ist oder dass die Chefin der Westfälischen Evangelischen Landeskirche, Annette Kurschus, einen starken Begleittext geschrieben hat, das ist allein Claudius zu verdanken', sagt Vering. 'Dieser Mann hat immer schon die Herzen angesteckt.'

Quelle: Abakus-musik.de