Pfarrer Frank Schröder wechselt in den Kirchenkreis Herne

Mit einem ganz eindeutigen Votum wurde Frank Schröder (Mitte) am Sonntag in die zweite Pfarrstelle in Eickel gewählt. Ab Juli arbeitet er dort. In der Berleburger Kirchengemeinde wird Pfarrerin Claudia Latzel-Binder in der ehrmonatigen sogenannten Vakanzzeit künftig noch stärker vom Arfelder Pfarrer Horst Spillmann unterstützt.

Wenn er sonntags in der Berleburger Stadtkirche oder in der Wemlighäuser Odebornskirche predigt, dann hört man, dass er nicht von hier kommt: Frank Schröder. Und doch ist der Pfarrer mit dem deutlich vernehmbaren Ruhrgebiets-Migrationshintergrund in den vergangenen Jahren zu einer festen, verlässlichen Größe in der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg und im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein geworden. Das wird sich ändern: Am Sonntag ist der 51-Jährige in der Evangelischen Kirchengemeinde Eickel mit zwölf von 13 Stimmen in die örtliche zweite Pfarrstelle gewählt worden. Dort tritt er am Montag, 1. Juli, seinen Dienst an, aufgrund aufgelaufener Urlaubstage wird er bereits ab Juni nicht mehr in der Berleburger Kirchengemeinde arbeiten. Seine Verabschiedung findet am Sonntag, 9. Juni, im Rahmen des 08/14-Gottesdienstes ab 18 Uhr im Berleburger Christus-Haus statt, seine Amtseinführung am Sonntag, 7. Juli, in der Johanneskirche Eickel.

In Wittgenstein war er als Berleburger Pfarrer im November 1997 in sein Amt eingeführt worden, für ihn ist sein Stellenwechsel eine Rückkehr in die alte Heimat. Geboren in Herne und aufgewachsen in Bochum kommt er jetzt in eine Kirchengemeinde, die genau dazwischen liegt. Auch sein Vikariat hatte Frank Schröder in diesem Gebiet absolviert, damals arbeitete er in der Evangelischen Kirchengemeinde Holsterhausen. Unter anderem aus dieser Zeit habe er noch etliche Kontakte ins Revier, außerdem gebe es noch viele Freundschaften dorthin. Ihm sei der Heimatbezug in diese Region immer geblieben. Wenn er jetzt auf die vergangenen gut 15 Jahre zurückblicke, dann seien diese zwar nicht immer ohne Auseinandersetzungen abgelaufen, aber gemeinsam habe man auch Vieles erreicht: „Es war eine sehr erfüllte Zeit.“ Nach dieser langen Zeit sei das jetzt der richtige Augenblick, um noch einmal etwas Neues zu beginnen. Der vierfache Familienvater freut ich in diesem Zusammenhang, dass es in seiner neuen Stelle auch ganz besonders um die Jugendarbeit gehen wird. Die sei in der Gemeinde schon stark, man wolle sie aber zusätzlich auch noch weiter nach vorn bringen.

Mit den Beratungen darüber, was diese Veränderung für die Kirchengemeinde Bad Berleburg bedeutet, wird das Presbyterium bei seiner nächsten Sitzung in der zweiten Mai-Hälfte beginnen. Das Gremium war von Anfang an in die Planungen von Frank Schröder einbezogen, kann aber erst jetzt reagieren, nachdem die Wahl das ganz eindeutige Ergebnis gebracht hat. In allen Überlegungen wird es auch eine Rolle spielen, dass mit dem Girkhäuser Achim Schwarz ein weiterer Pfarrer angekündigt hat, bis spätestens zum Jahresende seine Pfarrerstelle hier aufzugeben. Auch die davon betroffenen Kirchengemeinden Wunderthausen/Diedenshausen und Girkhausen liegen in der Berleburger Region des Wittgensteiner Kirchenkreises. Dieser hat sein großes Gebiet in insgesamt vier Regionen unterteilt, um so unter anderem Vertretungsdienste dezentral organisieren zu können. Bis zu einer möglichen Wiederbesetzung sind formal genau vorgegebene Schritte zu absolvieren, so dass es zunächst einmal in jedem Fall eine mehrmonatige Vakanz-Situation in der Berleburger Kirchengemeinde geben wird. In dieser Zeit wird der Arfelder Pfarrer Horst Spillmann, der schon länger in der Berleburger Gemeindearbeit tätig ist, die Berleburger Pfarrerin Claudia Latzel-Binder unterstützen. Die deutlichen Worte im ganz speziellen Tonfall von Gemeindepfarrer Frank Schröder, der auch Vorsitzender des Ausschusses für missionarische Dienst im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein ist, werden aber künftig bei Diskussionen in der Gemeinde und auf Kirchenkreis-Ebene fehlen.

(Jens Gesper)