11 Tage Israel-Jordanien mit Pfarrerin Claudia Latzel-Binder.

Die Gruppe in Jerusalem


Am 21.10.2013 flogen wir mit 40 Teilnehmern von Düsseldorf nach Tel Aviv, wo wir von unserem israelischen Reiseführer Berti in Empfang genommen wurden.
Unsere Fleecejacken, die wir bei der Abreise aus Wittgenstein noch brauchten, verschwanden ganz schnell im Gepäck. 30 Grad waren angesagt und die warmen Temperaturen begleiteten uns die ganze Reise.
Tiberias war unsere erste Unterkunft. Eine Bootsfahrt über den See Genezareth brachte uns nach Kapernaum zum Berg der Seligpreisungen. Anschließend wanderten wir auf den Spuren Jesu bis Tabgha. In Nazareth erwartete uns die Verkündigungskirche mit der Grotte (Haus Maria), wo einst der Engel Gabriel die Geburt Jesu verkündigte. In Safed, der Hauptstadt Galiläas besuchten wir eine Synagoge. Über die Sheike-Hussein Brücke erreichten wir  Jordanien. Durch das grüne Jordantal fuhren wir nach Jerash, wo wir eine gut erhaltene römische Siedlung besuchten. Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes war das Arthemis-Theater mit seiner beeindruckenden Akkustik. (es gab Reiseteilnehmer, welche die oberen Sitzreihen wg. der enormen Höhe umgehend wieder verlassen mussten).
Mit unserem jordanischen Reiseführer Bassam ging es auf den Berg Nebo und
weiter nach Madaba, wo die Mosaiklandkarte von Palästina in der Georgkirche zu sehen ist. Einen ganzen Tag zog uns die nabatäischen Felsenstadt Petra in ihren Bann, die wir mit einem Gang durch die Felsenspalte erwanderten. Unsere 85jährige Teilnehmerin wurde mit einer Pferdekutsche durch die rosarote Felsenlandschaft gefahren. 





Im Wadi Mujib

Im Wadi Mujib, einem atemberaubenden Naturreservat, kamen wir in den Genuss des Canyoning, auf das wir klamottenmäßig nicht so vorbereitet waren. Da wir aber nach kurzer Zeit merkten, wie reizvoll es ist, durch den ansteigenden Flusslauf mit zunehmender Wassertiefe zu wandern, machte uns auch eine völlig durchnässte Kleidung nichts aus.

Der anschließende Badestop am Toten Meer war die relaxte Belohnung für die Anstrengungen im Wadi. Man geht wirklich nicht unter!!
Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Dieser Satz war Motto der gesamten Reise. Um 6 Uhr begrüßte uns der Hotelweckruf. Bei geöffnetem Fenster besorgte das ein Muhizin vom Minarett schon eine Stunde früher. Nach Rückkehr am Abend zum Hotel war ein Umziehen oft nicht möglich, Händewaschen, Abendessen, ein Glas Bier oder Wein und einfach nur noch ins Bett fallen. „ Zufrieden fertig“, wie wir es alle nannten. Bei den Mahlzeiten gab es keine festen Sitzplätze, es rotierte täglich, was für eine tolle Gemeinschaft sprach. Die letzten vier Tage wohnten wir in Jerusalem. Vom Ölberg wanderten wir zum Garten Gethsemane mit den uralten Olivenbäumen, gingen anschließend in die Kirche der Nationen, und über die Via Dolorosa zur Grabeskirche und zur evangelischen Erlöserkirche. Der Besuch der Klagemauer (Westmauer) im jüdischen Viertel hat uns sehr beeindruckt.
Ein Höhepunkt, auf den sich jeder freute, war die tägliche Andacht von Claudia Latzel-Binder. Egal wo, in dem ganzen Gedränge, dem Lärm und dem Anstehen fand sie stets ein stilles Plätzchen, brachte uns mit der Auslegung eines Bibelwortes zur inneren Ruhe. Nach einem gemeinsamen Lied ging es dann zufrieden weiter.
Bethlehem mit der Geburtskirche stand auf dem Programm, wo wir nach einer Stunde warten durch die Geburtsgrotte gehen konnten. In Abrahams Herberge, einem Begegnungsort für Menschen aller Religionen hatten wir eine Gesprächsrunde mit einem Palästinenser, der uns seine politische und religiöse Sichtweise des Nahost- Konflikte erläuterte.
Ein intensives Erlebnis an diesem Tag war der Rundgang in der Gedenkstätte Yad Vashem. Wir waren sprachlos und tief bewegt.
Aber Pfarrerin Claudia fand auch hier die richtigen Worte. DANKE.
Das imposante Kloster im Wadi Kelt und ein Spaziergang auf der Altstadtmauer stand am vorletzten Tag auf dem Programm.
Ein Gebetskreis mit allen Teilnehmern, jeder mit einem Satz der Bitte und des Dankes war wieder ein besonderer Abschluss.

Ein etwas anderes Abendessen erwartete uns in einem Beduinen Restaurant am letzten Abend. Alle hatten mächtig Spaß (lag das an der Wasserpfeife??).
So unterschiedlich wir alle waren, die Reise hat uns zusammengeführt, uns gut getan. Bis auf die ein oder andere Klimaanlagen- bedingte Erkältung sind wir am 31.10.2013 alle wieder wohl behütet in Deutschland gelandet. Die meisten von uns haben das freie Wochenende mit Schlafen verbracht.

Wir danken Claudia Latzel-Binder, die diese Reise zu etwas Einmaligem gemacht hat und uns im Glauben gestärkt hat.


Gerlinde Wittenborn