Pfarrerin Christine Liedtke (rechts) freute sich über das neue Tauflieder-Heft „Ich wünsch‘ dir einen Engel“ in der Rechten und die Urkunde für den dritten Platz in der Linken, die ihr ihre Kollegin Kerstin Grünert aus Villigst mitgebracht hatte.

Pfarrerin Christine Liedtke wird Dritte beim Tauflieder-Wettbewerb

Wemlighausen. „Die Gemeinde soll singen: Das war eins der wichtigsten und erfolgreichsten Programme der Reformation. Martin Luther war davon überzeugt, dass das gesungene Wort die Menschen viel umfassender und tiefer erreicht als das gesprochene.“ So beginnt Annette Kurschus als Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen ihr Geleitwort für das 32 Seiten starke DIN-A5-Heft „Ich wünsch‘ dir einen Engel“, das gerade nagelneu auf den Markt gekommen ist und in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich „Gottesdienst und Kirchenmusik“ im Villigster Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Westfälischen Landeskirche herausgegeben wurde. Versammelt sind hier 34 neue Tauflieder-Texte, die für bereits bekannte Melodien gedichtet wurden: 24 davon gibt es schon länger, die restlichen stammen aus einem Tauflieder-Wettbewerb, der im Reformations-Jubiläumsjahr ausgeschrieben worden war. 40 Einsendungen gab es damals, zehn kamen in das neue Heft, eine davon stammt von Christine Liedtke, Pfarrerin der Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen - die am Ende mit ihrem Beitrag sogar den dritten Platz im Wettbewerb belegte.

Sie selbst konnte aus organisatorischen Gründen bei der Preisverleihung in Villigst nicht dabei sein, aber die Wittgensteiner Kindergottesdienst-Beauftragte Kerstin Grünert war vor Ort und brachte die Urkunde für Christine Liedtke mit. Bei einer Pfarrkonferenz im Abenteuerdorf nahm die Girkhäuserin jetzt im Beisein fast all ihrer Wittgensteiner Kolleg*innen die Urkunde entgegen.

Christine Liedtke hatte sich für den Wettbewerb Johann Friedrich Reichardts Melodie für das Wiegenlied „Wer hat die schönsten Schäfchen“ ausgeliehen. Bei ihr trägt es den Titel „Gott, mit der Taufe sagst du“. Das ist auch der Beginn des Liedes, dessen erste von sechs Strophen folgendermaßen lautet: „Gott, mit der Taufe sagst du: Es ist jetzt auch mein Kind! Das tröstet uns, die Großen, die nicht nur sorglos sind.“ Ein sehr nachdenklicher Ansatz, der kein Zufall ist, wie Christine Liedtkes Anmerkung deutlich macht, die in dem neuen Heft unterhalb des Textes steht: „Dieses Tauflied ist für Erwachsene, die ein Kind zur Taufe bringen, das voraussichtlich ein schwereren Lebensweg vor sich hat infolge von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, und für Eltern, die wissen, dass sie für das ihnen anvertraute Kind nicht alles selbst in der Hand haben.“

Die Bandbreite der genutzten Melodien in dem neuen Tauflieder-Heft ist extrem groß. Neben dem 200 Jahre alten Wiegenlied, das sich Christine Liedtke geborgt hat, bieten auch ganz andere Tonfolgen modernen Texten eine neue Heimat: da sind Gesangbuch-Klassiker wie „Nun danket alle Gott“ und „Er weckt mich alle Morgen“, Weihnachtslieder wie „Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her“ und „Alle Jahre wieder“, Spirituals wie „When the Saints Go Marching In“ und „Swing Low, Sweet Chariot“, Volkslieder wie „Der Mond ist aufgegangen“ und „Geh‘ aus mein Herz und suche Freud‘“, mundartliche Weisen wie „Ick heff mol en Hamborger Veermaster sehn“ und „Dat du min Leevsten büst“ sowie auch die „Ode an die Freude“, „Morning Has Broken“, „Bruder Jakob“, „My Bonnie Lies over the Ocean“ und „Happy Birthday“. Und selbst das sind noch nicht alle.

Bei dieser großen Vielfalt war es gut, dass Kerstin Grünert und die Wittgensteiner Schulreferentin Silke van Doorn aus Villigst nicht nur die Urkunde für Christine Liedtke mitgebracht hatten, sondern auch 20 der Hefte „Ich wünsch‘ dir einen Engel“. Für die Pfarrer*innen im Wittgensteiner Kirchenkreis. Die können deshalb jetzt auch beim nächsten Taufgespräch nach diesen einerseits altbekannten und andererseits neuen Taufliedern gefragt werden.