Auf Schalke erlebte eine fast 20-köpfige Delegation aus Wittgenstein nach dem Westfälischen Konfi-Cup in 2017 jetzt nicht nur irgendein Bundesligaspiel, sondern das Revierderby live im Stadion mit.

Konfi-Cup-Belohnung: Revierderby

Westfalen-Sieger 2017 aus Bad Berleburg waren jetzt auf Schalke

Für den Kirchenkreis wird das jüngste Reformations-Jubiläum damit verbunden bleiben, dass die Wittgensteiner genau in diesem Jahr zum allerersten Mal den Konfi-Cup der Evangelischen Kirche von Westfalen gewonnen haben. Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirchengemeinde Bad Berleburg holten nach ihrem Sieg auf Wittgensteiner Kirchenkreis-Ebene den Landeskirchen-Pokal, verstärkt um einen Berghäuser und einen Feudinger.

Ein ganzes Jahr ist mittlerweile ins Land gegangen, die Westfälische Landeskirche hatte die Siegprämie nicht vergessen, aber manchmal sind Dinge nicht so einfach zu organisieren, und manchmal lohnt sich das Warten. Wie in diesem Fall. So bekamen die Wittgensteiner am vergangenen Wochenende die Belohnung für ihren Sieg: Auf Schalke erlebte eine fast 20-köpfige Delegation nicht nur irgendein Bundesligaspiel, sondern das Revierderby live im Stadion mit.

Die Mehrheiten in der Gruppe waren deutlich blau-weiß, aber Jochen Dickel als Konfi-Vater und einer der beiden Sieges-Trainer aus dem vergangenen Jahr war sich sicher, dass die Wittgensteiner „sowohl die Schalker als auch die Dortmunder kräftig unterstützen“. Wobei er sich schon über das Endergebnis freute: „In einem spannenden Bundeligaspiel konnte der FC Schalke 04 das Derby mit 2:0 für sich entscheiden.“

Auch bei der Kleidung von Christine Liedtke herrschten Blau und Weiß vor, aber das war wahrscheinlich eher Zufall, denn am Ende kam doch deutlich die Pfarrerin durch: „Die Fans der Gegner haben genauso viel Recht, ihre Mannschaft für die tollere zu halten. Mühe geben sich alle, gut spielen können auch alle, manche haben eine bessere Form, aber auch das wechselt.“

Für alle Beteiligten wird dieser etwas verspätete und ganz andere Konfi-Tag bestimmt im Gedächtnis bleiben. Da war es auch kein Beinbruch, dass es auf der Rückfahrt an einem Auto eine Panne gab, so dass ein Teil der Gruppe erst nach Mitternacht zu Hause ankam. Alle erreichten Wittgenstein wohlbehalten und munter. Und sollte der eine oder andere Dortmund-Fan traurig gewesen sein, dann muss man doch auch diese Tatsache nochmal festhalten: Der Weg der Wittgensteiner zum Westfälischen Konfi-Pokal führte im vergangenen Jahr über einen 4:0-Erfolg der Mannschaft gegen die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus den dem Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid.


Konfi-Camp 2018 der Region I 

 

 


Berleburger Konfis holen den Westfalen-Cup

Kamen. Der Kirchenkreis Wittgenstein ist zwar zahlenmäßig der kleinste in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), seit Samstag ist aber trotzdem der Westfälische Konfi-Cup-Meister. Die gemeinsame Konfirmanden-Mannschaft der Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen hatte Ende Januar den heimischen Konfi-Cup gewonnen, jetzt brachte sie den EKvW-Pokal zum ersten Mal nach Wittgenstein. Insgesamt traten in Kamen zehn Teams im Wettbewerb um den Westfalen-Titel an. Das Endspiel bestritten die Wittgensteiner gegen die Mannschaft aus dem Kirchenkreis Minden. Die beiden Gruppen mit der weitesten Anfahrt belohnten sich also mit einer Final-Teilnahme. An diesen Teams lag es übrigens nicht, dass das Turnier wegen Zuspätkommern ein bisschen später anfangen musste. Die mit dem weitesten Weg waren nämlich pünktlich vor Ort. 2:1 gewannen die Wittgensteiner, die sich wegen Krankheitsfällen mit einem Konfirmanden und einem Katechumenen aus dem Kirchenkreis verstärkt hatten, das Endspiel.

Bereits in der Vorrunde waren die Teams aufeinander getroffen, hier endete das Spiel noch 1:1. Wobei Christine Liedtke als Pfarrerin des Teams mit unerwartetem Fußball-Sachverstand aufwartet: „Im zweiten Spiel gab es ein Tor für Minden, das eigentlich gar nicht hätte gezählt werden dürfen, aber wir haben es mit Fassung getragen.“
Obwohl die Wittgensteiner bereits um 7 Uhr morgens am Christus-Haus losgefahren waren, hatten sie schon bei der Vorstellung der Mannschaften zu Beginn für gute Stimmung gesorgt, wie sich Christine Liedtke erinnert: „Die anderen winkten zaghaft, Siegen ließ einen kleinen Jubel hören, und die Wittgensteiner waren nicht zu überhören und jubelten am lautesten.“ Siegerländer und Wittgensteiner mit dem meisten Temperament - wer hätte das gedacht? Aber in Westfalen sind wir eben die Südländer. Aus Wittgenstein waren neben elf Spielerinnen und Spielern - es müssen beim Konfi-Cup immer Mädchen und Jungens auf dem Platz sein - noch 16 Unterstützer dabei, die schon in der Vorrunde viel zu jubeln hatten: 2:0 gegen die Mannschaft aus dem Kirchenkreis Paderborn, 2:0 gegen den Kirchenkreis Unna, 4:0 gegen den Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. Mit dem bereits erwähnten Unentschieden ergab das zehn Punkte in der Vorrunde, genau wie für Minden. In der anderen Vorrunden-Gruppe holte das Konfi-Team der Kirchengemeinde Netphen in der Vorrunde mit vier Siegen gegen Hamm, Herford, Iserlohn und Schwelm alle zwölf möglichen Punkte - kein Wunder, dass sie für den Kirchenkreis Siegen spielten. Doch gleich im ersten Halbfinale trafen dann die Nachbarkirchen-Kirchenkreise aufeinander - und die Wittgensteiner hatten das bessere Ende für sich: Mit 3:0 qualifizierten sie sich fürs Finale, während die Siegerländer im Spiel um Platz drei noch eine Chance aufs Podest hatten. Hier gewannen die Netphener nach einem Unentschieden in der regulären Spielzeit das Siebenmetterschießen 3:1 gegen Iserlohn.
Wie das Finale ablief, das fasst Max Born als Jugendmitarbeiter der Berleburger Kirchengemeinde so zusammen: „1. Minute - das 1:0 für Berleburg durch Fabio, Vorlage von Finn (links/außen), 2. Minute - der Ausgleich von Minden, die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, alle fiebern lautstark mit, 6. Minute - Tim schießt von der Mittellinie, Torwart hält, aber ein exzellenter Schuss, auch Minden hat zahlreiche Chancen, es muss von beiden Mannschaften schnell geschaltet werden, trotz starker Schmerzen am Oberschenkel bleibt Tim weiterhin im Spiel, 11. Minute - Freistoß, Tim hat angetäuscht, anschließend zu Finn geschossen und es kam zum Tor, nach der 12. Minute  wurde abgepfiffen.“ Und die Mannschaft der gemeinsamen Konfi-Gruppe der Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen holte den Pokal. Sieben Jungs und vier Mädchen, aber Pfarrerin Christine Liedtke wollte auch noch zwei anderen danken: „Namentlich erwähnen will ich die beiden hilfreichen Väter, die ruhig und fröhlich die Spiele begleitet haben, ausgewechselt haben und den Überblick behielten: Michael Schreiber und Jochen Dickel.“
Und was bedeutet dieser Sieg nun? Das muss man sehen - aber im vergangenen Jahr gehörte zum olympischen Silbermedaillen-Fußball-Team mit Lukas Klostermann ein Spieler, der 2010 in der Siegermannschaft beim Westfälischen Konfi-Cup war. Und was bedeutet dieser Sieg nicht? Dass man um die Konfirmanden-Prüfung drumherum kommt. Die war eigentlich für Samstag vorgesehen und wurde trotz des Siegs nicht abgesagt, sondern am Sonntagnachmittag nachgeholt.


Konficamp der Region I im Wittgensteiner Kirchenkreis

Donnerstagnachmittags machten sich jetzt 75 Konfirmandinnen und Konfirmanden der Region I im Wittgensteiner Kirchenkreis in Begleitung von 28 Mitarbeitenden auf den Weg in die Waldjugendherberge in Windeck-Rosbach, wo ihr Konficamp stattfinden sollte. Die Jugendlichen kamen aus den Kirchengemeinden Arfeld, Bad Berleburg, Girkhausen und Lukas. Um das Eis zwischen den Konfirmanden, von denen sich viele noch nicht kannten, zu brechen, fand gleich am ersten Tag ein Bunter Abend statt. Die Teilnehmer spielten in Kleingruppen verschiedene Spiele, die es ihnen ermöglichten, sich zunächst mal untereinander kennenzulernen. Auch das Lernen der Namen war hier ein Ziel, jedoch stellte sich das als gar nicht so einfach heraus.
Was sich hinter dem Begriff „Kooperative Abenteuerspiele“ verbirgt, lernten die Konfirmanden am Freitagvormittag. In Kleingruppen stellten sie sich unterschiedlichen Aufgaben, die Kreativität, aber vor allem Teamarbeit und Kommunikationsfähigkeit forderten. Auch wenn nicht jede Aufgabe perfekt gelöst wurde, so erreichte jede Gruppe doch das eigentliche Ziel: eine gute Zusammenarbeit.
Später fanden sich die Teilnehmer in verschiedenen Workshops zusammen, um einen Auftritt für den anstehenden Galaabend vorzubereiten. Das breit gefächerte Angebot beinhaltete neben Akrobatik, Zaubern, dem stampfenden Stomp-Tanzen und vielem mehr für die besonders Mutigen auch Feuerspucken. Jeder einzelne Auftritt, egal, ob mutig oder kreativ, begeisterte beim anschließenden Galaabend.
Doch der Tag war damit nicht zu Ende, das von vielen freudig erwartete Nachtgeländespiel stand noch auf dem Programm - und war nichts für schwache Nerven. Die Aufgabe der Teilnehmer bestand darin, zwei mit Leuchtstäben präparierte Flaschen sicher über einen ebenfalls mit Leuchtstäben abgesteckten Weg durch den Wald zu transportieren. Der Haken an diesem Auftrag war, dass die Mitarbeiter den Transporteuren im Wald auflauerten, um die gut sichtbaren Flaschen zu entwenden. Jedoch meisterten die Konfirmanden dieses Spiel und hatten sich somit die Mütze Schlaf nach einem Mitternachtssnack mehr als verdient.
Denn auch der nächste Tag bot wieder ein abwechslungsreiches Programm für die Konfirmanden. Zunächst bei den Bibelarbeiten zum Hauptthema „Jesus begegnet Menschen“. Darum ging es auch bei allabendlichen kurzen Andachten, die immer einer der Mitarbeiter hielt. Die Bibel-Arbeitsgruppen beschäftigten sich auf unterschiedlichste Weise mit einer Geschichte über Jesus, von Vertrauensübungen bis hin zu Fußabdrücken in Gips war alles dabei.
Am Nachmittag trafen sich alle auf dem weitläufigen Gelände um die Jugendherberge herum zu einem Abenteurerspiel. Hierbei mussten die Teilnehmer ihr Talent bei abwechslungsreichen Aufgaben wie dem amerikanischen Geschicklichkeitsspiel „Cornhole“ oder beim Aufführen eines Regentanzes unter Beweis stellen. Hauptziel war es, durch das Bestehen der Aufgaben möglichst viele Anti-Schuldscheine zu sammeln, um am Ende des Spiels als Sieger mit weißer Weste dazustehen.
Abends war noch nicht an Erholung zu denken, nun galt es für die Konfirmanden, die Mitarbeiter in mehreren Disziplinen zu besiegen. Obwohl sich die Teilnehmer beim Limbo, Türme-aus-Spaghetti-Bauen und vielen anderen Aufgaben wacker schlugen, gelang es ihnen letztendlich doch nicht die Mitarbeiter zu besiegen.
Der Sonntag sollte schon der letzte Tag dieses Konficamps sein. Beim Abschlussgottesdienst wurden zwei der Konfirmanden getauft, ihre Familien waren dabei, um dieses wichtige Ereignis gemeinsam mit den Beiden zu erleben. Passend zu den Taufen stand das Thema „Namen“ im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Was bedeuten Namen, wie beeinflussen sie Menschen? Was sagt der Name Gottes aus? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich der Gottesdienst.
Abschließend waren die Teilnehmer noch einmal gefragt, sie durften ihre Meinung zu jedem einzelnen Programmpunkt äußern und Verbesserungsvorschläge einbringen. Nach dem Revue-passieren-Lassen der gemeinsamen Tage machten sich die knapp über 100 Leute wieder auf den Heimweg und kamen nach einem ereignisreichen Konficamp am Samstagnachmittag wieder in Wittgenstein an.


Von Handwerk bis Handarbeit reichten die Workshops, die bei der Katechumenen-Freizeit der Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen im Abenteuerdorf Wemlighausen angeboten wurden.




Sorgfältig bereiteten die Jugendlichen den Gottesdienst vor, mit dem die Katechumenen-Freizeit der Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen im Abenteuerdorf Wemlighausen am Sonntag zu Ende ging.


„Der Fluch des Waldes“

war die Katechumenen-Freizeit der Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen im Abenteuerdorf Wittgenstein überschrieben, die eigentlich ein durchgängiges, dreitägiges Fantasy-Spiel war.

Ein Dutzend Mitarbeitende und fast doppelt so viele junge Teilnehmer waren gemeinsam mit Pfarrerin Claudia Latzel-Binder von Freitag bis Sonntag in Wemlighausen. Die Jugendlichen, beschäftigen sich passenderweisen mit dem Thema „Gemeinschaft“. Los ging es mit einer Wanderung zum Abenteuerdorf nach Wemlighausen. Erlebnispädagogische Übungen machten den Weg am Anfang des Fantasy-Spiels zusätzlich spannender, wenn man etwa im Team und mit der Hilfe anderer einen Fluss überqueren musste. Keinen echten, sondern nur einen, den sich alle miteinander vorstellten.
Spannend waren dann in Wemlighausen auch die fünf Workshops von Handarbeit bis Handwerk, in denen in kleineren Gruppen die unterschiedlichsten Dinge für den mittelalterlichen Jahrmarkt hergestellt wurden, der Teil des Fantasy-Spiels war: Von selbstgeschneiderten Jonglierbällen über selbstgefeilte Kreuze und Herzen bis hin zu selbstgestalteten Gläsern und selbstgebauten Pfeilbögen war nun wirklich für jeden eine Beschäftigung dabei. In dem Spiel mussten immer wieder Pflichten erfüllt werden. Die nicht so herausfordernden ersten Aufgaben konnten so geschafft werden, aber am Ende stand die Erkenntnis, dass die große Schlussaufgabe nur von allen gemeinsam zu lösen war. Ganz natürlich gab es zwischendurch immer wieder Bibelarbeiten, sie passten sich fabelhaft in das Fantasy-Spiel ein. Seinen Abschluss fand das Katechumenen-Wochenende mit einem Gottesdienst, den alle gemeinsam in Wemlighausen vorbereitet hatten und der ebenfalls ins Gesamtgeschehen integriert war.
Nach diesem gelungenen Katechumenen-Wochenende war es Claudia Latzel-Binder insbesondere ein Anliegen, sich bei den Mitarbeitenden zu bedanken. Das Grundkonzept des Fantasy-Spiels steht und funktioniert seit Jahren. Für sie sei es eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung und mit welcher Energie sowohl die ganz frischen als auch die bewährten Mitarbeitenden das Wochenende zu einem Erfolg werden ließen. Gleichzeitig freute sich die Pfarrerin über das Interesse der Teilnehmer, die jetzt gemeinsam unterwegs sind und im Frühjahr 2018 konfirmiert werden, sich auf das Katechumenen-Wochenende und das Nachdenken über den Glauben einzulassen. Und so lernten alle unter der Überschrift „Der Fluch des Waldes“ etwas über den Segen Gottes, den er in der Gemeinschaft schenken kann.




Wer die Bilder von einem Konfi-Camp, vom Konfi-Cup oder von einer Jugendbibelwoche im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein sieht, weiß, wie die Jugendlichen hier Gemeinschaft und Spaß erleben.

Ein wichtiger Beitrag für die Zivilgesellschaft

Kirchenkreis Wittgenstein. Überall im Evangelischen Kirchenkreis werden gerade und noch bis in den Juni hinein Konfirmationen gefeiert. Junge Leute bekräftigen das, was hier vielfach in der Kindertaufe seinen Ausdruck gefunden hat: das Bekenntnis zu Gott und zum christlichen Glauben. Wobei manches Mal die Rede auch auf den finanziellen Aspekt kommt. Aber dass der Wittgensteiner Konfirmandenunterricht sehr viel mehr ist als das Geld und das schicke Outfit am Schluss, das weiß jeder, der hier mal selbst bei einer Jugendbibelwoche gewesen ist, der den Spaß beim Konfi-Cup mit Fußball und Hockey erlebt oder einen der Berichte von einem der mehrtägigen Konfi-Camps gehört hat. Und dass der Konfirmandenunterricht generell mehr ist, das zeigt eine gerade vorgelegte internationale Studie, die in dieser Pressemitteilung der Bamberger Universität präsentiert wird:
Mit welchen Erwartungen gehen die Jugendlichen selbst in die Konfirmandenzeit? Was passiert nach der Konfirmation? Wirkt die intensive Vorbereitungszeit nach - und wenn ja, wie? Aufschluss über diese Fragen gibt ein international-vergleichendes Forschungsprojekt, in dem auch der Bamberger Professor Dr. Henrik Simojoki mitwirkt. Der Inhaber des Lehrstuhls für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt „Religionspädagogik und Didaktik“ an der Universität Bamberg ist Teil des deutschen Teams, das gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus neun europäischen Ländern zu diesen Themen forscht.
Mehr als 28.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden, über 4100 kirchliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen sowie 1635 Konfirmationsgruppen in Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz sowie Polen und Ungarn haben anonymisierte Fragebögen für das Forscherteam ausgefüllt - zu Beginn und am Ende ihrer Konfirmandenzeit sowie auch zwei Jahre danach. Das Projekt über Jugend und Religion ist damit eine der größeren europäischen Jugendstudien.
Die Studie ermöglichte es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erstmals, empirisch nachzuweisen, dass die Konfirmandenarbeit Zusammenhalt schafft, prosoziales Handeln fördert und zu ehrenamtlichem Engagement anregt. Beispiel Zusammenhalt: Insgesamt gaben rund 77 Prozent der Jugendlichen an, in der Vorbereitungszeit eine gute Gemeinschaft erlebt und neue Freunde gefunden zu haben. Dabei gibt es durchaus Unterschiede zwischen verschiedenen europäischen Ländern. In Deutschland erfuhren 75 Prozent einen starken Gemeinschaftssinn, in Schweden sogar rund 89 Prozent. „Zusätzlich zum klassischen Konfirmandenunterricht gibt es immer mehr gemeinschafts- und erlebnisorientierte Organisationsformen wie Konfi-Camps, die gezielt das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe fördern“, erklärt Henrik Simojoki das Ergebnis.
Für ihn ist dank der Studie klar: Die Konfirmation prägt das Leben der Jugendlichen nachhaltig und leistet einen wichtigen Beitrag für die Zivilgesellschaft. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. „Das weit verbreitete Klischee, man lasse sich nur wegen der Geschenke konfirmieren und hake den Termin ansonsten ab, konnte in unserer Studie empirisch nicht bestätigt werden.“
Noch mehr zu diesem Thema kann man hier lesen:

https://www.uni-bamberg.de/universitaet/aktuelles/news/artikel/detail/News/konfirmation/







Beim Arfelder Pfarrer Horst Spillmann gab es einen Karate-Grundkurs während des Konfi-Camps der Berleburger Kirchenkreis-Region.
Wie groß die Bandbreite bei einem Konfi-Camp des Wittgensteiner Kirchenkreises ist, zeigt dieses Foto. Für die Konfirmanden aus der Berleburger Kirchenkreis-Region gab es nämlich nicht nur Andachten und einen Gottesdienst, sondern auch Seilspringen.

Konfi Camp der Region I 

Windeck-Rosbach. Endlich waren alle fünf Kirchengemeinden der Region I im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein bei einem Konfi-Camp vereint: Erstmals nahm auch die Evangelische Kirchengemeinde Bad Berleburg mit seinen Konfirmanden teil, außerdem die Kirchengemeinden Arfeld, Girkhausen, Lukas im Eder- und Elsofftal sowie Wunderthausen/Diedenshausen.

Die Jugendherberge in Windeck-Rosbach war zum zweiten Mal der Anlaufpunkt für die Region, so kannten sich die meisten Mitarbeiter schon sehr gut aus. Ideale Bedingungen rund ums Haus mit Fußball- und Basketballplatz, einer großen Wiese und dem Wald direkt vor der Haustür gepaart mit durchgängig gutem Wetter und nur einem bisschen Regen am Samstagnachmittag machten es den Mitarbeitern leicht, ein gutes Programm auf die Beine zu stellen.

Am Donnerstagabend ging es mit einem Hausspiel los, am Freitag wurden erlebnispädagogische Elemente eingeführt, um die Gruppe zu fördern und zu fordern. Nachmittags standen ein Geländespiel und als erster Höhepunkt Sauerei-Spiele auf dem Programm. Die hatten ihren Namen verdient, blieb doch wirklich niemand sauber: Das Gegenüber wurde blind gefüttert, mit Farbwasser gefüllte Luftballons platzten und eine echte Sahneschlacht fand statt. Abends standen Workshops auf dem Programm. Hier wurden unter andrem 5000 Domino-Steine aufgebaut, ein Karate-Grundkurs von Pfarrer Horst Spielmann angeboten, Zumba getanzt oder Werwolf gespielt.

Am Samstagvormittag teilten sich die Konfirmanden in fünf Bibelarbeit-Gruppen auf. Das Thema „Gleichnisse“ in der Bibel wurde anschaulich und jugendgerecht aufgebaut. Die Inputs wurden von allen als sehr interessant eingestuft. Nachmittags galt es dann herauszufinden, warum auf einmal eine mutmaßliche Leiche an der Jugendherberge gefunden wurde. Dem Buch „Sakrileg“ nachempfunden mussten die Jugendlichen dem Heiligen Gral nachjagen, sich dabei durch diverse Rätsel kämpfen und aufpassen, dass gegnerische Mönche nicht die Gruppe sprengten.

Abends forderten die Teilnehmer die Mitarbeiter gleich mehrfach heraus. Wurde zuerst im Hausinnern mit diversen Spielen wie Seilspringen, Überraschungs-Ei-Staffeln oder Mumien-Einrollen noch der sportliche Charakter hervorgehoben, ging es nachts in den Wald. Alle Teilnehmer waren freiwillig mit unterwegs und mussten versuchen, Cola-Flaschen an den Mitarbeitern vorbei zu bugsieren, wobei die Mitarbeiter versteckt im Wald lagen. Bei vier Überfällen war am Ende nicht ganz klar, welche Seite gewonnen hatte – aber das war eigentlich egal, denn der Spaß mittendrin stand deutlich im Vordergrund.

Mit einem Gottesdienst am Sonntag wurde die Jahreslosung 2015 „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ von Pfarrer Dr. Ralf Kötter und seinem Team gut in Szene gesetzt. Jedem Jugendlichen wurde klar, dass man auch schon mal über den eigenen Schatten springen muss, um diesen Satz aus der Bibel in die Tat umzusetzen.

Jeden Abend erzählten die jungen Mitarbeiter als Abendandacht von ihren Erfahrungen im Glauben. Jedes Mal hörten die Konfirmanden erstaunt zu, wie der Glaube bei den nur wenig älteren Jugendlichen solch eine entscheidende Rolle spielte - und kamen dadurch ins Nachdenken.

Sonntagnachmittag ging es dann müde und ein wenig traurig für die insgesamt 76 Personen wieder zurück in den Alltag. Viele wären gern länger geblieben, so haben sich mehr als die Hälfte der Konfis dafür interessiert, in ihrer Gemeinde oder in der Region des Kirchenkreises mitzuarbeiten.

Ein besonderes Lob zollte Thomas Lindner als Leiter des Kompetenzzentrums für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Kirchenkreis den Ehrenamtlichen aller fünf Gemeinden: „Es war immer ein Team, zu keinem Zeitpunkt war erkennbar, dass die Mitarbeitenden aus verschiedenen Gemeinden kamen. Alles war super vorbereitet und kam gut an. Ein rundum gelungenes Konfi-Camp.“

 

 

 

 


Gemeinsame Katechumenenfreizeit der Kirchengemeinden Arfeld, Bad Berleburg, Girkhausen und Wunderthausen/Diedenshausen

 

Wemlighausen. Auf die Frage „Wer sind die Sieger?“ schallte jetzt aus über 60 Kehlen der Schrei „Wir sind die Sieger“. Bis es allerdings dazu kam, musste so einiges überstanden werden.

Auf die Frage „Wer sind die Sieger?“ schallte jetzt aus über 60 Kehlen der Schrei „Wir sind die Sieger“.
Die Gruppen starten zum Nachtgeländespiel bei der Bismarcksäule

Die gemeinsame Katechumenenfreizeit der Kirchengemeinden Arfeld, Bad Berleburg, Girkhausen und Wunderthausen/Diedenshausen stand jetzt unter dem Thema „Gemeinschaft“, das mit Hilfe der Geschichte „Tribute von Panem“ vermittelt werden sollte. Dabei wollte man aber nicht passiv einen Film anschauen, sondern aktiv eine Geschichte nacherleben.

In Anlehnung an den Kino-Kassenschlager wurden die Teilnehmer der Freizeit als Tribute auserwählt um bei den „Hungerspielen 2014“ dabei sein zu dürfen. Anders als im Film mussten die Mentoren - in diesem Fall: die Mitarbeiter - sich ihre Tribute aber auswählen. Das Entscheidungskriterium dafür lieferte ein Casting, das am Freitag im Christus-Haus in Bad Berleburg durchgeführt wurde. Neben dem Ekelfaktor beim Heuschrecke-Essen gab es andere Gebiete, auf denen Jeder auf Herz und Nieren geprüft wurde, um daraufhin in die verschiedenen Distrikte berufen zu werden.
In einem Nachtgeländespiel musste sich jede der acht Gruppen von der Berleburger Bismarcksäule zum Freizeitzentrum Wemlighausen durchschlagen, ohne von anderen gesehen zu werden. Die erspielten Preisgelder konnten am späteren Abend schlussendlich im Casino vermehrt werden bevor der erste Tag zu Ende ging.

Die Fahrräder mussten aus versteckten Einzelteilen zusammengebaut werden.

Der Samstag startete mit einer Gruppenarbeit über einen biblischen Text, bevor es ohne Mittagessen ins nächste Geländespiel ging. Jetzt sollten sich die Distrikte je ein Gefährt bauen, um an dem abendlichen Rennen teilnehmen zu können. Dazu hatten die Mitarbeiter acht alte Fahrräder in ihre Einzelteile zerlegt und im Wald versteckt. Diese mussten gefunden werden - und wieder zusammengebaut. Alles hatte dabei seinen Preis und musste vom am Vortag erspielten Geld bezahlt werden. Die Spielemacher - Pfarrerin Claudia Latzel-Binder und Jugendreferent Eckart Weiss sowie die 24 Mitarbeiter, die als Friedenswächter und Mentoren mitspielten - hatten alle Hände voll zu tun, um so zu helfen, dass alle am Abend mit ihren Fahrrädern beim finalen Rennen um den Hauptpreis antreten konnten.

Start zum Nachtrennen
All-You-Can-Eat-Essen

Das All-You-Can-Eat-Essen wurde der Gruppe versprochen, die als erster über die Ziellinie fuhr. In einem dramatischen Nachtrennen, bei dem die Fahrer immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten: Sie wurden mit Wasser begossen, Luft wurde aus den Reifen gelassen, man bekam Reis ins Gesicht. Währenddessen wuchs unter den Distrikten die Unzufriedenheit. Am Ende kämpften die Distrikte nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander für ein Ziel und alle fuhren gleichzeitig über die Ziellinie. Damit hatten schlussendlich alle Distrikte gewonnen und konnten den Preis entgegen nehmen, gleichzeitig hatten sie dem Kapitol gezeigt, dass sie sich nicht mehr alles gefallen lassen würden, was eindeutig mit dem Ruf: „Wir sind die Sieger“ untermalt wurde.
„Es war wohl eine der aufwändigsten Freizeiten, die wir bisher veranstaltet haben“, so der Berleburger Jugendreferent Eckart Weiss. „Aber dieser Aufwand hat sich gelohnt, denn so schnell werden die Katechumenen nicht vergessen, was christliche Gemeinschaft bedeutet.“ Nämlich: Man kann in Einheit Vieles erreichen, es ist wichtig für jeden Menschen, in eine Gemeinschaft eingebunden zu sein. Nach einer sehr ruhigen Nacht konnte am Sonntag der Abschlussgottesdienst gefeiert werden. Nach dem Mittagessen wurden die Katechumenen von den Mitarbeitern wieder in ihr normales Leben verabschiedet, die Eltern empfingen ein müdes, aber glückliches Kind.

Nach dem Mittagessen wurden die Katechumenen von den Mitarbeitern wieder in ihr normales Leben verabschiedet, die Eltern empfingen ein müdes, aber glückliches Kind.