Foto: Siegener Zeitung

Wunderbarer Abschluss des Kantatenprojekts

„Glücklich, wer Gott zum Freunde hat“ – unter dem Thema stand der von Gemeindepfarrerin Christine Liedtke gehaltene Gottesdienst am Sonntag in der evangelischen Kirche in Bad Berleburg. Der war ein besonderer – nämlich ein Kantatengottesdienst. „Gott ist mein Schutz, mein Hilf und Rat; wohl dem, der Gott zum Freunde hat.“ So lautet der Schlusschoral der 139. Kantate „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“, deren Klänge am Sonntag die evangelische Kirche in Bad Berleburg erfüllten. Nach einem einleitenden Orgelspiel, begleitet vom Gesang der Gemeinde und einer darauf folgenden Ansprache der Gemeindepfarrerin, wurde das von Johann Sebastian Bach zur Ehre Gottes verfasste Werk für Soli, Chor und Orchester unter der Gesamtleitung von Ute Debus zur Aufführung gebracht. Mitwirken durften dabei unter anderem der Kantatenchor, die Siegener Camerata Instrumentale und einige Solisten. Außerdem stand es interessierten Sängern offen, an den Proben teilzunehmen, um anschließend an der finalen Darbietung teilhaben zu können – ein wunderbarer Abschluss des Projekts. aber

Bericht aus der Siegener Zeitung vom 23.09.2015

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Die Bachkantate „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“wurde jetzt in der Bad Berleburger Stadtkirche unter der Leitung von Ute Debus aufgeführt. Foto: Christiane Sandkuhl

Gottesdienst im Zeichen der Freundschaft

Chöre bringen Bachkantate in die Bad Berleburger Stadtkirche. Gesamtleitung Ute Debus

Christiane Sandkuhl

Bad Berleburg. „Ein Freund, ein guter Freund...“, wer kennt es nicht, dieses altbekannte Lied aus dem Heinz-Rühmann-Film „Die Drei von der Tankstelle“ von 1930? Und welchen Bezug gibt es zu einem Kantatengottesdienst? Pfarrerin Christine Liedtke stellt sehr schnell die Verbindung her. Ob es nun die Bachkantate „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“ (BWV 139) oder das 85 Jahre alte Filmlied ist – Freundschaft wie sie in beidem Thema ist, ist zeitlos, alle Zeitalter übergreifend.
Freundschaft ist zeitübergreifend

Gesungen und gespielt wurde das Bach-Werk für Soli, Chor und Orchester von Nina Junk (Sopran), Paul Jadach (Bass), Jürgen Poggel an der Orgel und Orgel continuo, dem Kantatenchor, dem Evangelischen Kirchenchor Siegen, der Kantorei Siegen, und der Siegener Camerata instrumentale unter der Gesamtleitung von Ute Debus in der evangelischen Stadtkirche Bad Berleburg.

Den Sängern schlossen sich auch zahlreiche Wittgensteiner Sängerinnen und Sänger für die Aufführung der Kantate an. „Glücklich, wer Gott zum Freund hat“, so Pfarrerin Liedtke. Kindliches Vertrauen, Unbedarftheit in jeder Lebenslage - unterstreicht die Stimmung und kommt in allen Sätzen, Chorälen, Chören sowie Arien auf den gleichen Weg: der Mensch, der sich öffnet für die Freundschaft zu Gott, erntet sofort die Gegenseitigkeit. Die Gemeinde nimmt diese Aufforderung an und knüpft mit „Wach auf, mein Herz und singe“ und dem im Wechsel von Frauen und Männern gesprochenem Psalm 730 an das stimmungsvolle Bachwerk an.

Pfarrerin Christine Liedtkes Predigt wird unterstrichen von der Aufforderung, Gott zum Freund zu nehmen. Hier zitiert sie Marie von Ebner-Eschenbach: „Freunde sind wie Sterne, Du kannst sie nicht immer sehen, doch Du hast die Gewissheit, sie sind da. „An wen denken sie gerade?“ so die Frage der Pfarrerin und ausnahmslos jeder in der sehr gut gefüllten Kirche weiß in seinem Kreis mindestens einen guten Freund an seiner Seite. Freund/Freundin - das ist Gewissheit, weg von der Einsamkeit, Schutz, Begegnung und Wohlgefühl.
Leichtigkeit und Herzlichkeit

Dies griff Bach in der am 12. November 1724 in Leipzig uraufgeführten Kantate mit Leichtigkeit, Herzlichkeit und vorausschauender Weisheit auf. Das Werk basiert auf dem gleichnamigen Kirchenlied in fünf Strophen von Johann Christoph Rube, das er 1692 komponierte.

Bericht aus der Westfalenpost vom 23.09.2015

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Volles Haus und lauter fröhliche Gesichter am Ausgang -

so kurz und bündig ließ sich der Kantatengottesdienst am Sonntagmorgen in der Evangelischen Stadtkirche Bad Berleburg zusammenfassen. Gut 160 Menschen hatten sich einladen lassen zu dem Gottesdienstmit dem  Leitmotiv „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“. In diesem Rahmen wurde Johann Sebastian Bachs Kantate 139 für Soli, Chor und Orchester von Sopran Nina Junk, Bass Paul Jadach, Jürgen Poggel an Orgel und Orgel continuo, dem Kantatenchor und der Siegener Camerata instrumentale unter der Gesamtleitung von Ute Debus dargeboten, außerdem hatten sich interessierte Sängerinnen und Sänger aus Siegerland und Wittgenstein in den zehn Tagen zuvor zu einigen Proben einladen lassen, um sich aktiv an diesem Bach-Kantaten-Projekt zum Mitsingen zu beteiligen.

Die Predigt zum Thema „Freundschaft“ hielt Berleburgs Gemeindepfarrerin Christine Liedtke, ihre Koordinaten markierte dabei mit Heinz Rühmanns Schlager „Ein Freund, ein guter Freund“,  Epikurs Erkenntnis „Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft“ und Marie von Ebner-Eschenbachs Bonmot  „Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen, und trotzdem zu uns halten“ ein unerwartet großes Gebiet. Auf diesem Areal nahm Christine Liedtke die Gottesdienst-Besucher an unterschiedlichen Strophen von Paul Gerhardts Lied „Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich“  entlang mit in ihren Überlegungen zu einer ermutigenden, bestärkenden Erkenntnis: „ Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?“Oder wie hieß es im Schlusschoral von Bachs Kantate? „Gott ist mein Schutz, mein Hilf und Rat; wohl dem, der Gott zum Freunde hat!“ Kein Wunder, dass Christine Liedtkes Fazit nach dieser runden und in sich schlüssigen Veranstaltung mit viel Musik und vielen Akteuren klar ausfiel: „Am Ausgang sah ich nur fröhliche Gesichter, die alle dankbar waren für den wunderbaren Gottesdienst.“

(Jens Gesper)

Der Kantatenchor in der Ev. Stadtkirche Bad Berleburg beim Schlusschoral. Foto: Gemeinde
Fotos: Jens Gesper
Einsing-Probe vor dem Gottesdienst