Gedenkstein für Sternenkinder enthüllt

René Neuser

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“ - mit dieser Melodie eröffnete der Salchendorfer René Neuser, Trompeter bei der Bundeswehr, am 15. September 2012 die Feierstunde zur offiziellen Übergabe des Gedenksteins für Sternenkinder auf dem Berleburger Friedhof am Sengelsberg.

Gedenkstein mit Innschrift

Inmitten der Kindergräber beim oberen Eingang des Friedhofs erinnert nun der schwarze, 1,60 Meter hohe Granit an Kinder, die bereits während der Schwangerschaft, kurz danach oder auch in jungen Jahren gestorben sind, also an die so genannten Sternenkinder.

Janine Kimminus

„Kurz waren sie auf dieser Welt und haben doch wie Sterne geleuchtet, sie sind wie alle Gottes Kinder“, erläuterte Janine Kimminus den Namen. Die Vikarin der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg hatte das Projekt, das in der Gemeinde schon länger in der Aufgaben-Agenda stand, beherzt zum Abschluss ihrer zweieinhalbjährigen Ausbildungszeit in Wittgenstein umgesetzt. Natürlich nicht allein, viele, die durch ihre Hilfestellung auf dem Weg das Projekt letztendlich erst möglich gemacht hatten, waren jetzt unter den rund 40 Besuchern bei der Feierstunde.

BM Fuhrmann, Holger Saßmannshausen, Heiko Jung, Matthias Dreisbach
Thomas Hoffmann und BM Fuhrmann

Bürgermeister Bernd Fuhrmann lobte denn auch in seiner kurzen Ansprache neben der Qualität auch die Geschwindigkeit, mit der das Projekt letztendlich in einem halben Jahr umgesetzt wurde. Dass das Ganze so schnell und so gut funktioniert habe, das spreche für Janine Kimminus, das spreche für sich und das spreche auch für die Unterstützer vor Ort. Vorneweg, vertreten durch seine Vorsitzenden Heiko Jung und Holger Saßmannshausen, der Berleburger Jugendförderverein, der neben vielen Einzelspendern durch sein finanzielles Engagement den Gedenkstein letztendlich möglich machte, auch wenn dieser von dem Girkhäuser Steinmetz Matthias Dreisbach gestiftet wurde. Der neue Platz für Trauer und Trost steht ausdrücklich allen Menschen über alle Glaubens- und Konfessionsgrenzen hinweg offen, so dankte auch Thomas Hoffmann vom gemeinsamen Pfarrgemeinderat des katholischen Pastoralverbundes Wittgenstein für das Engagement von Janine Kimminus. Es sei gut, dass es so etwas jetzt auch in Bad Berleburg gebe.

Auf ein heikles Thema kam Pfarrerin Claudia Latzel-Binder zu sprechen, da kurz vor dem Übergabe-Termin eine erschreckende Zahl veröffentlicht wurde. Im zweiten Quartal 2012 gab es in Deutschland 26900 Schwangerschaftsabbrüche. Auch nach solch einer Entscheidung könne der Gedenkstein Anlaufstelle sein, mutig fordert die Pfarrerin ein: „Keiner urteile da schnell.“ Auch ihr Dank ging an Janine Kimminus, deren Mentorin Claudia Latzel-Binder auf dem letzten Ausbildungsabschnitt der Pfarrerinnen-Ausbildung war: „Gut, dass wir diesen Ort haben.“

  • Vorbereitung zum Ballonstart

    Zum Abschluss der Veranstaltung ließen alle Besucher weiße Luftballons in Herz-Form in den Himmel steigen. Wie wichtig es ist, diese Trauer über frühst oder früh verstorbene Kinder anzuerkennen, machte ein Detail deutlich. Noch vor dem Festakt wurde auf einem der Kindergräber aus den 70er Jahren ein Grablicht erneuert.

     

     

    Hier können  Sie noch weitere Fotos auf der Seite des Kirchenkreises Wittgenstein sehen.

  • Besucher
    Ballone steigen auf