Info-Veranstaltung in der Odebornskirche

Presseberichte aus Westfalenpost und Siegener Zeitung vom 18. Juni 2018

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Bericht der WESTFALENPOST
Bericht der WESTFALENPOST
Bericht der Siegener Zeitung
Bericht der Siegener Zeitung
  • Die Moderatoren Thomas Krieger und Andreas Müller (vr)
  • Beginn in der Odebornskirche
  • Vier Gruppen zu je 10 Personen finden sich zusammen
  • Bei dem Workshop-Nachmittag der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg zur Weiternutzung der Odebornskirche im Wemlighäuser Gemeinderaum herrschten reichlich Betrieb und eine sehr gute Atmosphäre.
  • Presbyter Horst Seeger sprach dann für alle, als er sich bei den Workshop-Teilnehmenden für die „positive Grundstimmung“ bedankte.
  • Pressebericht aus der Westfalenpost vom 22. Februar 2018

Nachbericht zum Workshop Odebornskirche
in Wemlighausen

Mit Thomas Krieger und Andreas Müller waren beim Workshop der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg am Samstagnachmittag zwei Auswärtige aus dem Ruhrgebiet, die sich mit 40 Menschen aus der Kirchengemeinde Gedanken machen wollten, wie es mit der Odebornskirche in Wemlighausen weiter gehen könnte. Weil die Kirchengemeinde nicht beide Gebäude halten kann, soll das kombinierter Pfarr-/Gemeindehaus verkauft werden. Leute von außen können oftmals unbefangener Fragen stellen sowie leichter beim Gedanken-Sortieren helfen. Bei den beiden Genannten kam hinzu, dass sie von der Westfälischen Landeskirche anerkannte Gemeindebeamter mit einer entsprechenden Ausbildung sind. Beim Auftakt in der Kirche für Schüllar-Wemlighausen gab Thomas Krieger das Motto für diesen Nachmittag vor: „Nach vorn schauen!“ Es gehe nicht darum, zurückzublicken, sondern eine Zukunfts-Perspektive für das Kirchengebäude zu entwickeln. Für alles Nachdenken gab Pfarrerin Christine Liedtke drei Punkte aus, die dem Presbyterium für alle Überlegungen entscheidend wichtig seien: erstens solle die Kirche weiter für Gottesdienste genutzt werden, also nicht zu Wohnungen oder einem Schwimmbad umgebaut werden, zweitens solle die neue Nutzung über Wemlighausen, Schüllar und sogar auch Bad Berleburg hinausstrahlen, damit Leute von woanders hierher kämen, drittens müssten die Finanzen immer im Blick bleiben.

Bei Sonnenschein vor der Tür verteilten sich die Workshop-Besucher dann in vier Zehner-Gruppen im Gemeindehaus auf, darunter einige Presbyter und die beiden Pfarrerinnen, die aber zunächst den Gemeindegliedern zuhörten. Dennoch nahmen die 45-minütigen Gespräche in den kleinen Gruppen ganz schnell ganz ähnliche Verläufe, denn allen war klar, dass mehr Leben ins Gotteshaus muss. „Multifunktional“ hieß ein häufig genanntes Stichwort beim anschließenden Zusammentragen der Ergebnisse aus den vier Gruppen. Etwa, wenn die Rede von einem Café oder einer anderen Art Treffpunkt war. Vor allem die Kirchenbänke machen Flexibilität unmöglich, mit unerwarteten Nebenwirkungen. So war zu hören, dass Leute aus den Orten auf eine Hochzeit in der Wemlighäuser Kirche verzichtet hätten, weil es hier keinen Mittelgang gebe. „Hochzeiten“ fiel ohnehin als Stichwort öfters. Mal in der strikten Abgrenzung zum Abenteuerdorf: Das zöge immer mehr Veranstaltungen aus der Kirche. Mal im ergänzenden Kooperieren mit dem Abenteuerdorf: Dann könnten die Leute in der Kirche heiraten und die anschließende Hochzeitsfeier finde im umgebauten Freizeitzentrum statt.

Das Spezialisieren als Hochzeits-Kirche war ein Gedanke, eine andere Idee war eine Kultur- und Konzert-Kirche aufgrund der besonderen Akustik im Gebäude. Außerdem kam die etwas schwerer zu verstehende Vokabel „Trostkirche“ vor. Also: ein Ort des Glaubens, an dem Trauernde Ermutigung, Stärkung und Zuspruch finden können. Möglicherweise sogar in Verbindung mit dem ehemaligen Pfarr- und Gemeindehaus, das ein Investor zu einem Hospiz umbauen könnte. Über genaue Pläne müsste hier mit vielen Fachleuten weiter nachgedacht werden. Wobei die große Versammlung die generellen Gedanken in diese Richtung sehr wohlwollend aufnahm. Auch wenn deutlich gemacht wurde, dass alle Versuche, die Kirche als Versammlungsort wieder mehr im Alltag der Menschen zu verankern, Arbeit bedeutet. Und zwar nicht nur für die Pfarrerinnen und die ehrenamtlichen Presbyter, sondern für viel mehr Ehrenamtliche, denn dann müsse man ständig etwas tun.

In kleiner, unvollständiger Runde unterhielten sich schon mal die Pfarrerinnen und das Presbyterium untereinander über die Erkenntnisse des Nachmittags. Presbyter Horst Seeger sprach dann für alle, als er sich bei den Workshop-Teilnehmenden für die „positive Grundstimmung“ bedankte. Das Leitungsgremium brauche nun Zeit, sich Gedanken über die Vorschläge zu machen und es brauche alle Menschen aus den Orten Wemlighausen und Schüllar, die an diesem Nachmittag dagewesen seien. Damit diese ihre Nachbarn fragen könnten, was sie von der Idee mit der Trostkirche hielten. Horst Seeger sagte konkret in Bezug auf diese Idee: „Da ist ein Anderer, der uns solche Perspektiven ins Herz schenkt.“ Und Pfarrerin Claudia Latzel-Binder war sich mit Blick auf die Trost-Kirche sicher: „Die Idee ist so groß, dass Gott darin Platz hat.“

Die reguläre Presbyteriums-Sitzung der Berleburger Kirchengemeinde fand am Dienstag statt. Dort beschloss das gemeindliche Leitungsgremium, man wolle die Idee einer Trostkirche „mutig aufgreifen und auf ihre Machbarkeit überprüfen“. Bis zu den Sommerferien gebe man sich dafür Zeit, wobei die Thematik so fordernd sei, dass auch Sondersitzungen dazu nötig würden. Der Weltgebetstags-Gottesdienst findet am Freitag, 2. März, definitiv in der Odebornskirche statt, bis dahin ist auch endgültig geklärt, wie es generell mit den Gottesdiensten in der Wemlighäuser Kirche weitergeht. Dazu mochte das Presbyterium am Dienstagabend noch keine Entscheidung fällen, weil nicht alle Presbyteriumsmitglieder bei der Sitzung waren.

 

 

 

Den Presseartikel aus der Westfalenpost können Sie unterhalb des Bildes als PDF-Datei herunterladen.

 

 

 

 


Pressbericht der Siegener Zeitung vom 19.02.2018


Pressebericht der Westfalenpost vom 31.01.2018


Bericht der Siegener Zeitung vom 05. Januar 2018

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Odebornskirche

Gesucht: Konzept für die Wemlighäuser Kirche

Knapp anderthalb Monate sind verstrichen seitdem man sich in Wemlighausen bei der Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg darauf einigte, dass Presbyterium und eine Bürger-Gruppe aus Schüllar und Wemlighausen für den Erhalt der gemeindlichen Gebäude in Wemlighausen mit der Kirchenkreisverwaltung ins Gespräch kommen wollten.

Ziel war es, in finanziell schwieriger werdenden Zeiten die Gebäude zu erhalten - auch durch ein größeres ideelles und finanzielles Engagement der Dorfgemeinschaften. Bevor sich der Verwaltungsleiter Oliver Berg jedoch diese Woche aus dem Siegener Kreiskirchenamt auf den Weg zu einem erneuten Treffen in Wittgenstein machte, wurde ihm signalisiert, dass dieses nicht stattfinden werde. Gespräche im Vorfeld zwischen Kirchengemeinde und Bürger-Gruppe hatten offenbart, dass der Erhalt aller Gebäude definitiv nicht zu stemmen ist.
Am Donnerstagabend hatte nun die Kirchengemeinde ihre Presbyteriums-Sitzung, wo erneut über die Gebäudesituation in Wemlighausen gesprochen wurde. Auch wenn das zwischenzeitlich anvisierte Maximalziel der Ortschaften nicht erreicht werden konnte, hat sich deutlich etwas geändert.

Insbesondere die Gemeindeversammlung im September hatte dem gemeindlichen Leitungsgremium eindrucksvoll signalisiert, dass die Menschen in Schüllar und Wemlighausen etwas tun wollen, um ihre Kirche im Dorf zu lassen. Die fest ins Auge gefasste Schließung der Wemlighäuser Kirche zum neuen Jahr ist für das Presbyterium vom Tisch.

Allerdings entschieden sich die Presbyteriums-Mitglieder am Donnerstagabend dafür, dass man in den nächsten Wochen auf einen Makler zugehen werde, um die Möglichkeiten auszuloten, wie man sich am sinnvollsten von dem Pfarrhaus mit dem großen Gemeindesaal trennen könne. Bei kirchlichen Gebäuden und Grundstücken kein leichtes Unterfangen, weil hier auch immer eine detaillierte Abstimmung mit der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld erfolgen muss. Dabei ist sich das Presbyterium eines weiteren Problems bewusst. Die Heizung von Pfarrhaus und Kirche ist nämlich verbunden. Doch auch diese Schwierigkeit macht den Presbyteriums-Mitgliedern keine Angst mehr.

Nichtdestotrotz will die Kirchengemeinde ein Konzept, wie die Kirche in Wemlighausen erhalten werden soll. Mäßig besuchte Gottesdienste sind noch kein gutes Argument für den Erhalt der Kirche. Es muss mehr Leben in die Kirche, so lautet die Grundüberzeugung des Presbyteriums.

Und in Erinnerung an die äußerst lebendige Gemeindeversammlung im September möchte die Kirchengemeinde am Samstag 9. Dezember, alle Gemeindeglieder und Interessierten aus Wemlighausen, Schüllar und natürlich aus Bad Berleburg ins Abenteuerdorf Wittgenstein einladen:

Einen halben Tag lang sollen sich alle gemeinsam Gedanken über die Zukunft der Wemlighäuser Kirche machen. Ob es um mehr organisierte gemeindliche Gruppen oder neue Gottesdienst-Formen geht, das entscheiden diejenigen, die an diesem Tag diskutieren wollen. Das Presbyterium hofft auf eine ähnlich beeindruckende Kulisse wie bei der Versammlung im September und möchte gern mit allen, die sich einbringen wollen, an diesem Tag über Ideen, Wünsche, Träume und Möglichkeiten nachdenken.

Bericht aus dem Siegener Wochenanzeiger vom 25.10.2017
und
der Westfalenpost vom 26.10.2017

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Aktionstag in Schüllar-Wemlighausen

Bericht der Siegener Zeitung vom 18.09.2017

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Gemeindeversammlung in Wemlighausen am 7. September 2017

Reichlich Betrieb herrschte jetzt bei der Versammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg in Wemlighausen. Das war gut. Und dass man jetzt endlich über den Erhalt der Odebornskirche miteinander ins Gespräch kommt, ist noch besser. Fotos: Jens Gesper

In Bezug auf die jüngste Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeine Bad Berleburg am Donnerstag in Wemlighausen gibt es drei gute Nachrichten.

Erstens: Das Interesse war sehr groß. So groß, dass beim vorgeschalteten Gespräch über Finanzen und Gebäudesituation der Kirchengemeinde mit Oliver Berg, Leiter der gemeinsamen Verwaltung der selbständigen Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein, schon ab 17 Uhr im Gemeindesaal Betrieb herrschte. Am Ende standen nicht nur fast 100 Namen auf der Teilnehmerliste, sondern auch diverse Zuhörer, für die es keine Stühle gab, so dass die eigentliche Gemeindeversammlung in die Odebornskirche umzog. Und das bei 670 Gemeindegliedern in Schüllar und Wemlighausen.

Zweitens: Die massiven, lautstarken Vorwürfe gegen das Presbyterium unterblieben diesmal. Das war gut, denn das große ehrenamtliche Engagement von Presbyterinnen und Presbytern in der Gemeindeleitung ist eine Grundfeste der Kirche in evangelischem Verständnis - und in Zeiten, da sich Ehrenamtlichkeit aus vielen Gründen, aber auch wegen des demographischen Wandels, auf immer weniger Schultern verteilt, geht es hier ans Eingemachte. Insbesondere wenn eine Gesellschaft an immer mehr Stellen auf stärkere Ehrenamtlichkeit setzt.

Drittens: Es wurde von allen Seiten betont, dass man endlich miteinander sprechen will.
Während des 75-minütigen Gesprächs mit Oliver Berg redete zunächst der Verwaltungsleiter selbst. Hört sich wenig kommunikativ an, muss aber so sein. Nur so konnte der Siegerländer erklären, in welchen Zwängen die Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts steckt, wie relativ Reichtum bei einer eher armen Landeskirche wie der Evangelischen Kirche von Westfalen ist, insbesondere, wenn dieser in der Hauptsache aus alten, denkmalgeschützten Kirchen besteht, und wie aussagekräftig sprudelnde Kirchensteuereinnahmen sind, wenn die Kirche als Institution nicht kurz- und mittelfristig, sondern immer langfristig denken muss. Dabei geht es auch um Prioritäten beim Einsatz von Geld für die Arbeit, wozu Oliver Berg sagte: „Kirche ist kein Gebäudeerhaltungsverein.“
Aus dem Plenum machte Herbert Fischer deutlich, dass man in den Orten Schüllar und Wemlighausen sich dezidiert Gedanken gemacht und gerechnet habe, wie man die örtlichen Gebäude auch durch sinnvolle Quersubventionierungen zusammen erhalten könne. Mit Oliver Berg wollte diese Gruppe unbedingt das Gespräch suchen, wobei der Verwaltungsleiter unterstrich, dass die Verwaltung zwar Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen kann, die letztendliche Entscheidung jedoch immer das Presbyterium als Leitungsgremium fällt. In den kommenden vier Wochen soll es jetzt ein Gespräch von Presbyterium, Kirchenkreisverwaltung und der Bürger-Gruppe geben.
Denn - und das kam bei der anschließenden Gemeindeversammlung heraus - die Umfrageaktion wegen einer finanzieller Unterstützung zum Erhalt der Wemlighäuser Kirche brachte nicht die erforderliche Summe zusammen, die die Kirchengemeinde ausgerechnet hatte. Als Presbyteriums-Vorsitzende stellte Pfarrerin Christine Liedtke folgende Zahlen vor: 10.000 Euro müssten es jährlich sein, knapp 3700 Euro kamen zusammen, dazu einmalig etwas über 1000 Euro. Von den mehr als 400 verteilten Fragbögen waren nur knapp zehn Prozent zurückgekommen.

Es gab an diesem Abend einige Erläuterungen, weshalb man diesen gelben Zettel noch nicht abgegeben habe. Ermutigender war es aber, dass es aus der Versammlung klare Zeichen gab, dass die Vereine, Gruppen und Menschen vor Ort ganz handfest etwas für ihre Kirche im Dorf tun möchten - wie etwa Sebastian Althaus von der Löschgruppe Schüllar-Wemlighausen ausführte.
Man wird in den kommenden Wochen miteinander sprechen. Ein Thema muss da nicht mehr geklärt werden. Herbert Fischers Mutmaßung, dass es letztendlich gar nicht um die Wemlighäuser Kirche gehe, sondern nur darum, eine Predigtstelle weniger zu haben, widersprach die Berleburger Pfarrerin Claudia Latzel-Binder auch im Namen ihrer Kollegin vehement: „Wir wollen so viele Gottesdienste wie möglich halten.“ Gesprochen werden muss über die Finanzierbarkeit der Planungen, denn - auch das machte Claudia Latzel-Binder nochmal sehr deutlich - die Überlegungen für eine Schließung der Kirche seien ja nicht „leichtfertig“ angestoßen worden. Sie sprach von schlaflosen Nächten der Presbyteriums-Mitglieder. Edith Aderhold als Wemlighäuser Mitglied des Leitungsgremiums erinnerte indes ans Haushaltssicherungskonzept, in dem die Berleburger Kirchengemeinde seit über zwei Jahren steckt.

Auch um da herauszukommen und wieder mehr Handlungsfreiheit zu gewinnen, denkt das Presbyterium ja schon länger öffentlich über die Schließung der Odebornskirche zum Jahresende 2017 nach. Ohne dass das Leitungsgremium einen entsprechenden Beschluss gefasst hätte, zeichnete sich bei der Sitzung jetzt, wo nicht nur alle Wemlighäuser, sondern auch viele andere Presbyter der Kirchengemeinde waren, ab, dass dieses Datum nicht mehr so felsenfest steht.





 

Presseberichte von Siegener Zeitung und Westfalenpost
zur Gemeindeversammlung in Schüllar-Wemlighausen
am 07. September 2017

 

 

Presseberichte der WP und SZ im Vorfeld
der Gemeindeversammlung am 7. September 2017

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Bericht aus der Westfalenpost
Bericht aus der Siegener Zeitung

Pressebericht der Westfalenpost zur Gemeindeversammlung am 7. September 2017

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Nachbericht Gemeindeversammlung am 29. Juni 2017 in Schüllar-Wemlighausen

Wemlighausen. Mehr als drei Dutzend Menschen kamen zur Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg für den Bezirk Schüllar/Wemlighausen. Thema war, wie seit zwei Jahren regelmäßig, die Gebäudesituation. Die allermeisten Gemeinden im Wittgensteiner Kirchenkreis haben zu viele Gebäude. Ein durchschnittlicher Rückgang der Gemeindegliederzahlen um 1,5 Prozent pro Jahr - in der Hauptsache durch den demographischen Wandel, nicht durch Kirchenaustritte - führt dazu, dass sich die Relation zwischen Gebäuden und Gemeindegliedern immer stärker zugunsten der Gebäude verschiebt. Aber die Kirchensteuer-Zuweisungen der Westfälischen Landeskirche bemessen sich an den Gemeindeglieder-Zahlen.
An diesem Abend gab es viele Zahlen von Presbyterin Edith Aderhold: Im Bezirk Schüllar/Wemlighausen wohnen rund 600 Gemeindeglieder, dafür gibt es pro Kopf 37,50 Euro, die gesamte Kirchengemeinde Bad Berleburg bekommt pro Jahr Pi mal Daumen 150.000 Euro, 80.000 Euro davon dienen dazu Personalkosten abzudecken, die Pfarrerinnen werden nicht aus diesen Mitteln bezahlt. Der Rest ist für Gebäude-Rücklagen, Heiz- und Stromkosten und für das, was an erster Stelle steht: die Gemeindearbeit. Hinzu kommt, dass es bei Kirche Kirch- und Pfarrvermögen gibt. Kompliziertes Thema: Was zum Pfarrvermögen gehört, kann in der Regel nicht verkauft werden, dem zugeordnete Zinsen und Pachterlöse bleiben zu einem Viertel in der Kirchengemeinde, drei Viertel gehen zur Landeskirche nach Bielefeld, um die Pfarrgehälter zu sichern. Denn egal, wie reich oder arm eine Kirchengemeinde ist, der Schlüssel von Pfarrern pro Gemeindeglied in Westfalen ist überall gleich - wenn man davon absieht, dass der Wittgensteiner Kirchenkreis mit seinen weiten Wegen und seiner ländlichen Struktur immer noch zusätzliche Pfarrstellen aus Bielefeld finanziert bekommt.
Die Diskussionen jetzt waren teilweise heftig. Die Kosten für den Abenteuerdorf-Umbau durch den Kirchenkreis wurden fälschlicherweise in Verbindung gebracht mit der Tatsache, dass die Kirchengemeinde sich nicht mehr all ihre Gebäude leisten kann. Der Gemeindesaal wurde gegen die CVJM-Werkstatt ausgespielt. Generell sprach man sich mal gegen das Konzept „Pfarrvermögen“ aus und fand das System ungerecht, man schätzte, dass bestimmt 300 Menschen in beiden Orten Kirchensteuer zahlten. Immer wieder schimmerte Misstrauen durch, dass Landeskirche, Kirchenkreis und Presbyterium den Gemeindegliedern aus Wemlighausen und Schüllar etwas vorenthalten würden, das ihnen eigentlich zustünde. Außerdem sei Kirche doch bekanntermaßen ganz reich.
Pfarrerin Claudia Latzel-Binder hatte gleich zu einigen Themen etwas zu sagen. Die Berleburger Kirche stehe mit 3 Mio. Euro in den Büchern, die Wemlighäuser mit 1,7 Mio., gelte das als Maßstab, dann sei die Kirchengemeinde in der Tat reich. Wäre das Pfarrvermögen nicht geschützt, „dann hätten wir es schon vor 30 Jahren ausgegeben“. Die CVJM-Werkstatt gehöre der Kirchengemeinde, werde dankenswerterweise aber komplett vom CVJM getragen. Die Zahl von 300 Kirchensteuer-Zahlern in Wemlighausen und Schüllar schien ihr viel zu hoch, da Kinder, Jugendliche, Rentner und Ausgetretene nicht zahlten. Genaue Zahlen bekommt sie nicht, aber auch das hatte für Claudia Latzel-Binder etwas für sich: „Ich liebe diese Volkskirche, weil wir nicht danach fragen, wieviel jemand gibt.“ Das Problem verortete sie an anderer Stelle: In den fetten Jahren sei zu viel gebaut worden, aber die Gebäude seien nicht das, „wo unser Herz schlagen soll“. Gemeinde sei für sie an anderer Stelle spürbar: in der Seelsorge, im Gottesdienst, in der Gemeinschaft. Außerdem unterstrich sie deutlich, mit wieviel Engagement und Aufwand die vier Presbyter vor Ort - Edith Aderhold, Margot Dörnbach, Horst Lübke und Maike Schröder - hier ihre ehrenamtliche Arbeit machten.
Ihre Kollegin Christine Liedtke, als Pfarrerin auch für die benachbarte Kirchengemeinde Girkhausen zuständig, stellte das Konzept vor, wie dort die Dorfgemeinschaft das Gemeindehaus übernommen hat. Diese Lösung wurde für Schüllar und Wemlighausen rundweg ausgeschlossen. Wie sehr die Berleburger Kirchengemeinde in der Klemme steckt, erkennt man daran, dass sie im Haushaltsicherungskonzept ist. Für die Kirche von Schüllar und Wemlighausen machte Christine Liedtke deshalb die folgende Rechnung auf. Bringe die Gemeinschaft der beiden Dörfer 5000 Euro im Jahr auf, dann könne die Kirche in den Sommermonaten ohne Heizkosten bis auf weiteres geöffnet bleiben, würden es sogar 10.000 Euro, dann könne die Kirche ganzjährig ihren Dienst tun. Komme keine Summe in vergleichbarer Höhe zusammen, dann werde die Kirche zum Jahresende entwidmet und geschlossen. In den kommenden Wochen werden sich nun Menschen auf den Weg machen, um Blätter in Schüllar und Wemlighausen zu verteilen, die in den Orten die Spendenbereitschaft abfragen. Mitte September soll eine erneute Gemeindeversammlung für den Bezirk stattfinden.
Nach der Gemeindeversammlung jetzt überlegte man, ob es wirklich nötig sei, die im Kreis aufgestellten Stühle wieder in der Ecke zu stapeln. Eigentlich hätten die bis zur nächsten Gemeindeversammlung stehen bleiben können, die Presbyter wussten von keiner anderen Veranstaltung, die es bis September im Gemeindesaal geben würde.



Auch nach der Gemeindeversammlung für den Bezirk Schüllar/Wemlighausen in der Berleburger Kirchengemeinde gingen die Gespräche zwischen Presbytern, Pfarrerinnen und Gemeinde weiter.

Gemeinde sucht nach Lösungen zum Erhalt der Odebornskirche

Die Kirchengemeinde befindet sich z.Zt. in einem Haushaltssicherungskonzept. Der Erhalt der Gebäude wird für die Gemeinde zunehmend eine Belastung. Es wurden und werden Überlegungen angestellt in welcher Form Kosten reduziert werden können.

Lesen Sie hierzu die Presseberichte der verschiedenen Veranstaltungen zu diesem Thema.

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Gemeindeversammlung am 29. Juni 2017
Treffen mit den Vereinen in Schüllar-Wemlighausen im Februar 2017

Bericht der Gemeindeversammlung vom 23. November 2016