Bericht aus der WP vom 12. Juni 2014

Die Nacht der offenen Kirche bot in der Berleburger Stadtkirche ein buntes Programm, bei dem unterschiedlichste Menschen auf Nachfrage von Claudia Latzel-Binder und Silke van Doorn (links) - hier im Gespräch mit Soldat Jörg Lederer - ihre biblischen Berufe vorstellten. Foto: Jens Gesper

Biblische Berufe im vierstündigen Programm

Mehr als 250 Besucher bei der Kirchennacht in Bad Berleburg. Band Yazzmine liefert den Musikrahmen

Bad Berleburg. Biblische Berufe und Wittgensteiner Alltag – unter dieser Überschrift stand die Nacht der offenen Kirche in Bad Berleburg. Wie schon vor zwei Jahren hatten sich wieder Gemeindepfarrerin Claudia Latzel-Binder und die Wittgensteiner Schulreferentin Silke van Doorn ein gemeinsames Programm überlegt, um an der Aktion teilzunehmen, mit der überall in der Evangelischen Kirche von Westfalen am Pfingstsonntag Gotteshäuser ihre Türen für mehr als Gottesdienste öffnen. Von 20 Uhr bis weit nach Mitternacht waren es 250 Besucher, die entweder die ganze Zeit blieben oder auch nur ein bisschen in das Programm hineinschnupperten. Wobei das so abwechslungsreich war, dass die meisten Gäste schon länger verweilten.
Talare eingetauscht

In der Evangelischen Stadtkirche Bad Berleburg begann der Abend mit einem Gottesdienst, den die bekannte Wittgensteiner Band „Yazz­mine“ mitreißend und einfühlsam musikalisch umrahmte. Kaum hatten die beiden Pfarrerinnen Claudia Latzel-Binder und Silke van Doorn ihre Talare gegen Alltagskleidung getauscht, da moderierten sie auch schon.

In drei Blöcken stellten sie verschiedene biblische Berufe vor, die sich auch heute noch in Bad Berleburg im Speziellen oder in Wittgenstein im Allgemeinen finden. Das wurde immer wieder durch längere musikalische Einlagen von Yazzmine unterbrochen. Dadurch gab es bei Rotwein, Wasser und Brot beständig die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen, sowohl mit guten Bekannten als auch mit ganz Fremden. Dank des hervorragend angelaufenen Cafés International der örtlichen Kirchengemeinde waren auch viele Neu-Berleburger in der Kirche.

Die ausgesuchten Professionen wurden von Menschen, die diese Berufe ausüben, vorgestellt, indem sie zum einen einen biblischen Text darüber vorlasen, zum anderen die Fragen beantworteten, die wahlweise Silke van Doorn oder Claudia Latzel-Binder dazu stellten. Die Liste war zwar lang, die Gespräche indes kurzweilig. Bäcker Andreas Wahl, Fürst Gustav zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Jäger Patrick Rath, Fischer Rolf Weber, Soldat Jörg Lederer, die Hebammen Andrea Winter und Carola Friedrich, Arzt Dr. Stephan Kolbe, Diakon Hans-Werner Christ, Markus Dreisbach vom Ruheforst, Heinz Müsse für die Maurer und Herbergsvater Klaus Aderhold zeichneten alle samt interessante Bilder von ihren Berufen, schlugen Brücken aus biblischen Zeiten in die Gegenwart. Besonders eindrücklich waren die Einblicke in die Geschichte einer adligen Familie, aber auch die Appelle der Hebammen, die sich Gedanken über die Zukunft ihres Berufs machen müssen, und die Erläuterungen des Soldaten, weshalb sein Beruf – trotz des Gebots: Du sollst nicht töten – im Sinne der Bibel und der Menschen sei.
Musikalischer Schlusspunkt

Den Schlusspunkt hinter einen grandios gelungenen Abend setzten Yazzmine mit einem eben solchen, kleinen Konzert in der Kirche.

Die nächste Nacht der offenen Kirchen ist an Pfingsten 2016, aber auch bis dahin steht die Berleburger Stadtkirche allen Interessierten stets offen, bei Gottesdiensten und auch sonst.