Pfarrerin Christine Liedtke stellt sich vor

Im Zeitungsartikel ist Pfarrerin Christine Liedtke schon kurz in Wittgenstein vorgestellt worden, in den nächsten Tagen kann man sie auch persönlich in Bad Berleburg live erleben: entweder beim Gesamtgottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg am Ostermontag, 6. April, ab 10.15 Uhr in die Evangelischen Stadtkirche, wo Christine Liedtke ihre Probepredigt hält und es im Anschluss beim Kirchcafé Gelegenheit zum Gespräch gibt, oder bei der Probekatechese von Pfarrerin Liedtke in Form eines Bibliolog-Bibelabends am Dienstag, 7. April, ab 19.30 Uhr im Gemeinderaum an der Schloßstraße 18b oder in der Kirche, wenn mehr Menschen kommen. Denn zu beiden Veranstaltungen sind alle Interessierten ganz herzlich eingeladen.
Hoffentlich kommen viele Besucher, schon im Vorfeld sagt die Schmallenbergerin: „Ich freu‘ mich auf die Begegnung mit Menschen.“ Selbstverständlich hat sie während der Ausbildung als Vikarin und im Hilfsdienst in Gemeinden gearbeitet hat, dennoch wird die Berleburger Stelle ihre erste als gewählte Gemeindepfarrerin sein. Denn auch wenn die Evangelische Kirche von Westfalen der Berleburger Kirchengemeinde Christine Liedtke in einem sogenannten Präsentations-Verfahren als Pfarrerin vorgeschlagen hat, so liegt die letzte Entscheidung natürlich, gut evangelisch beim Presbyterium. Das gemeindliche Leitungsgremium entscheidet sich am Dienstagabend nach der Probekatechese.
Wobei das Presbyterium Christine Liedtke schon bei einem Treffen kennen und schätzen gelernt hat. In den vergangenen Wochen hat sie zudem bereits einmal die Berleburger Frauenhilfe besucht, am Sonntag war sie aus Interesse im Taizé-Gottesdienst. Da wurde gar nicht lange gefackelt: „Ich war im Gottesdienst und sollte gleich im Sopran mitsingen.“ Aus all diesen kleinen Begebenheiten puzzelt sich für die Pfarrerin bereits vor der endgültigen Entscheidung ein gutes Gefühl zusammen: „Ich merke schon, dass ich mit frohen Erwartungen herzlich willkommen bin.“
Dass Christine Liedtkes Sopran-Singen in der einen kleinen Geschichte vorkommt, ist kein Zufall. Die Musik ist ihr ein wichtiges Anliegen. Sie singe gern allein und noch lieber gemeinsam mit anderen Menschen, unterschiedliche Chorprojekte für Kleine und Große gab es in der Gleidorfer Kirchengemeinde, in der Christine Liedtkes Ehemann seit 1993 als Schmallenberger Pfarrstellen-Inhaber arbeitet.

 

 

Im vergangenen waren die Pfarrerinnen Christine Liedtke (links) und Claudia Latzel-Binder (rechts) mit der Wittgensteiner Kirchenkreis-Delegation gemeinsam in Tansania.

Seit vielen Jahren ist die Schmallenberger Schulpfarrerin und Inhaberin einer kreiskirchlichen Pfarrstelle außerdem im Partnerschaftsausschuss des Wittgensteiner Kirchenkreises tätig, zu dem nämlich auch die evangelischen Schmallenberger - genau wie die Esloher und Winterberger - gehören. Im vergangenen Sommer war Christine Liedtke als Teil der Wittgensteiner Delegation im Partnerkirchenkreis Ngerengere in Tansania, genau wie Berleburgs Gemeindepfarrerin Claudia Latzel-Binder. Seite an Seite meisterten sie die Zeit und meisterten den Aufenthalt, sie ließen sich dabei weder von holperigen Wegen noch von stechender Sonne in ihrer Fröhlichkeit beirren.

Die beiden Pfarrerinnen kennen und verstehen sich gut, so kann die Gemeinde mehr als 20 Monate nach dem Weggang von Berleburgs Pfarrer Frank Schröder jetzt auf ruhigere Fahrwasser und ein wenig Verschnaufen hoffen. Denn trotz des wertvollen Einsatzes von Arfelds Pfarrer Horst Spillmann und von Pfarrer Dr. Detlef Metz hatte die Konstellation doch immer etwas Vorläufiges. Mit der Besetzung der zweiten Pfarrstelle gibt es künftig wieder ein festes Fundament, auf dem Gemeinde gebaut werden kann. Auf längere Sicht wird diese zweite Pfarrstelle dadurch gesichert, dass die Berleburger und die Girkhäuser Kirchengemeinde eine pfarramtliche Verbindung eingegangen sind. Wie sich die Arbeit künftig darstellt, das werden jetzt die Presbyterien gemeinsam besprechen. Geht man allein nach den Zahlen, hat Girkhausen mit rund 600 Gemeindegliedern Anrecht auf eine Viertel-Pfarrstelle.

Dadurch dass die Pfarrhäuser der Berleburger Kirchengemeinde langfristig vermietet sind oder gemeindlich anders genutzt werden, hat Christine Liedtke mit ihrem Ehemann bereits Wittgensteiner Immobilien-Anzeigen studiert und hat auch schon etwas im Auge, was auf dem Gebiet des Einsatzortes in spe liegt. Sie bringt neben Ehemann Peter noch ihre Tochter Dorothee mit nach Wittgenstein. Mit 18 das jüngste der drei Kinder des Ehepaars Liedtke. Und noch etwas bringen sie mit: den Erfahrungshorizont aus der Diaspora. Im katholischen Sauerland sei für die Evangelischen die Ökumene „überlebenswichtig“ gewesen, so Christine Liedtke.
Als sie ihr Studium begann, sollte die angehende Pfarrerin ausführen, weshalb sie Theologie studieren wollte. Damals erläuterte sie, dass es ihr um die Frohe Botschaft der Bibel gehe, mit der sie die Leute unbedingt in Berührung bringen wolle. Und nach dieser Begegnung sollten sich Menschen dafür oder dagegen entscheiden. Und wem das zu trocken ist, für den kann es die zertifizierte Bibliologin auch nochmal anschaulicher sagen: „Die Bibel ist ein Liebesbrief Gottes an uns. Den soll man lesen. Man lässt keine Liebesbriefe ungelesen.“ Wer wissen will, was ein Bibliolog ist, der kommt am besten am Dienstagabend zur Evangelischen Stadtkirche Bad Berleburg, wer einen Gottesdienst mit Christine Liedtke erleben möchte, kommt am Ostermontag in die Stadtkirche.

Ein Stück Wittgenstein hat Christine Liedtke auch in Schmallenberg schon vorm Pfarrhaus. Während das Schild der Familie Liedtke im Gerz-Kunstprojekt „Der Wettbewerb“ gegenüber der Berleburger Schlossmauer steht, kann man hier Wittgensteiner Sätze lesen.