Pfarrerin Christine Liedtke

Zwei neue Stellen für Ehepaar Liedtke

Die fünf zusätzlichen Pfarrstellen für Wittgensteiner und Hochsauerländer , die die Evangelische von Westfalen dem Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein wegen seiner ländlichen Struktur mit weiten Wegen zugesprochen hatte, werden derzeit abgeschmolzen und der demographische Wandel bringt dem Kirchenkreis jährlich ein Minus von 1,4 Prozent in seinen Gemeindegliederzahlen. Vor diesem Hintergrund macht sich ein Strukturausschuss seit anderthalb Jahren Gedanken und entwickelt die Gemeinde- und Pfarrstellenkonzeption im Kirchenkreis weiter. Deshalb kann eine freigewordene ganze Pfarrstelle nicht mehr so schnell ausgeschrieben werden wie früher, weil absehbar ist, dass künftig auch in Wittgenstein mindestens 2500 Gemeindeglieder für eine ganze Pfarrstelle nötig sind, also Pi mal Daumen 300 mehr als bisher.

Das Problem kam besonders in der Berleburger Kirchenkreis-Region zum Tragen. Der Weggang von Berleburgs Pfarrer Frank Schröder und Achim Schwarz, Pfarrer für die Kirchengemeinden Girkhausen und Wunderthausen/Diedenshausen, machte in dieser Situation die Notwendigkeit klar, über neue Partnerschaften nachzudenken. Das geschieht in den gemeindlichen Leitungsgremien vor Ort, das braucht seine Zeit.
Aber bei einem Pressegespräch im Berleburger Haus der Kirche wurde am Dienstag deutlich: Was lang währt, wird endlich gut.
Vorgestellt wurde Pfarrerin Christine Liedtke, sie könnte nach einer Vakanz von eindreiviertel Jahren Kollegin von Claudia Latzel-Binder und Pfarrerin in der Berleburger Kirchengemeinde werden, die eine pfarramtliche Verbindung mit der Girkhäuser Kirchengemeinde eingeht und so zwei Pfarrstellen auf längere Sicht sichert. Viele Gespräch und Beschlüsse waren nötig, mittlerweile hat die Landeskirche in Bielefeld zu dem Ganzen ihr Okay gegeben. Die alte pfarramtliche Verbindung zwischen Girkhausen und Wunderthausen/Diedenshausen wurde aufgelöst, die neue zwischen Girkhausen und Bad Berleburg genehmigt. Um die angestrebte Lösung so schnell wie möglich Realität werden zu lassen, gibt es - auf dem ohnehin leergefegten Pfarrer-Markt - keine Ausschreibung der Stelle, stattdessen präsentiert die Landeskirche auf Bitten des Berleburger Presbyteriums Christine Liedtke als Kandidatin für die Pfarrstelle. Nach der formal nötigen Veröffentlichung der landeskirchlichen Zustimmung im Kirchlichen Amtsblatt kann das Wahlverfahren im April beginnen. Die Probepredigt ist für Ostermontag in der Berleburger Stadtkirche geplant, eine Probekatechese folgt in der Woche danach. Der schließt sich die entscheidende Presbyteriums-Sitzung an, wobei das Presbyterium dem insgesamt schnelleren Verfahren im Vorfeld ausdrücklich zugestimmt hat. Nach den unterschiedlichen Fristen ist Mitte Mai ein Dienstantritt von Christine Liedtke in Bad Berleburg möglich.

 

 

Pfarrer Peter Liedtke

Dass bei aller Konzentration auf die gemeindliche Arbeit im Kirchenkreis nicht das große Ganze aus dem Blick gerät, wurde bei dem Pressegespräch in Bad Berleburg deutlich. Denn neben Christine Liedtke war auch ihr Ehemann, der Pfarrer Peter Liedtke dabei. Bei der jüngsten Wittgensteiner Kreissynode hatte der Kirchenkreis Barbara Lenz-Irlenkäuser vorgestellt, die mit einer halben Stelle in die unabhängige Verfahrensberatung in der Flüchtlingsunterkunft am Berleburger Spielacker eingestiegen ist. Damals wurde angekündigt, dass diese Arbeit um eine halbe Pfarrstelle ergänzt werden soll, um das die Flüchtlings-Thematik auch in die Kirchengemeinden hinein zu vernetzen. Genau darum wird sich Peter Liedtke ab Sommer kümmern - in einer neuen kreiskirchlichen Pfarrstelle, die auf sechs Jahre befristet ist. Diese splittet sich in zwei Hälften: die eine heißt Flüchtlingsarbeit, die andere Projektarbeit. Überall ist greifbar, wie wichtig das Thema „Flüchtlinge“ bereits ist und wohl auch zukünftig bleiben wird, hinter dem Begriff „Projektarbeit“ verbirgt sich unterschiedlichste Dinge, dazu gehören die Vorbereitung und Begleitung von kirchenkreislichen Visitationen, die theologische Begleitung des Abenteuerdorfs Wittgenstein und seine Vernetzung in Kirchenkreis hinein sowie Vertretungsdienste im Kirchenkreis. Der Zeitplan sieht hier folgendermaßen aus: Zum Juni könnte Peter Liedtke diese neue Stelle antreten. Das bedeutet, dass er die Konfirmationen in seiner Gleidorfer Kirchengemeinde davon unberührt durchführt. Auf die Gleidorfer Kirchengemeinde kommt anschließend ab dem Sommer eine Vakanz zu. Hier ist neben der Gemeindepfarrerin Elisabeth Grube auch noch Pfarrerin Ursula Groß in der Altenheim-Arbeit tätig. Zum Pressegespräch hatte Synodalassessor Dieter Kuhli als Stellvertreter von Superintendent Stefan Berk ins Berleburger Haus der Kirche, anwesend waren neben dem Ehepaar Liedtke auch noch Edith Aderhold, Georg Bender und Hans-Werner Christ vom Berleburger Presbyterium, das sich nach einer 20-monatigen Vakanz sehr darüber freut, dass die Besetzung der Pfarrstelle jetzt so schnell geht.

Synodalassessor Dieter Kuhli, die Pfarrer Christine und Peter Liedtke sowie die Berleburger Presbyter Georg Bender und Hans-Werner Christ (von links) freuten sich gestern gemeinsam in Bad Berleburg über die neuen Perspektiven.
Auch wenn die Hochsauerländer demnächst neu in Wittgenstein sind, so gibt es beim Schmallenberg-Berleburger Kunstprojekt „Der Wettbewerb“ des Waldskulpturenwegs schon eine Spur von ihnen in Wittgenstein: Ein Brief von Liedtkes hängt Weiß auf Rot gegenüber der Berleburger Schlossmauer.